Vor Parlamentswahl

Samaras: “Euro-Austritt wäre eine Katastrophe”

Ausland
15.06.2012 22:29
Der griechische Konservativen-Chef Antonis Samaras hat die Parlamentswahlen am Sonntag als "Entscheid zwischen Drachme und Euro" bezeichnet. Bei einer Kundgebung vor Tausenden Anhängern in Athen warnte er die Griechen am Freitagabend eindringlich davor, für das Linksbündnis SYRIZA zu stimmen. Die ökonomischen Konsequenzen eines Euro-Austritts wären eine "Katastrophe", die Griechenland um 50 Jahre zurückwerfen würde.

Laut Samaras würde bei einer Abkehr von der europäischen Gemeinschaftswährung der Lebensstandard in Griechenland um zwei Drittel fallen - und es gebe "bulgarische Löhne" für griechische Arbeit. Die Linkspartei werde die Sparauflagen von EU und IWF aufkündigen und Griechenland aus dem Euro führen, sagte Samaras, dessen Partei Neue Demokratie und das Linksbündnis in Umfragen Kopf-an-Kopf liegen.

Samaras griff SYRIZA auch wegen ihrer Haltung in Einwanderungsfragen an. Demnach wolle die Partei die Immigrationsgesetze lockern und allen Zuwanderern Arbeitsplätze und Zugang zur Sozialhilfe verschaffen. Er hingegen werde "Einwanderer zurückschicken" und die Grenzen stärken.

"Wir werden Tausende Jobs schaffen"
Die griechische Wirtschaft ist seit Beginn der Krise 2009 um rund ein Fünftel geschrumpft. Samaras meinte, er wolle ein "stolzes Griechenland", in dem es Investitionen gebe: "Wir werden Tausende Jobs schaffen." Die Abwanderung der Jungen und Qualifizierten aus Griechenland müsse aufgehalten werden. Dazu sollen die Steuern gesenkt und die Bürokratie beschnitten werden - nur so könne es neues Wachstum geben.

Samaras‘ Rede markierte das Wahlkampfende des griechischen Konservativen. Auf dem zentralen Syntagma-Platz vor dem griechischen Parlament waren Dutzende griechische Flaggen zu sehen, die Menge wurde mit tosender Musik auf die Rede des Konservativen eingestimmt.

Der Urnengang am Sonntag ist bereits der zweite innerhalb weniger Wochen. Nach der ersten Wahl am 6. Mai hatten sich die Parteien auf keine Regierung einigen konnten. Bei der Wahl waren auch die "Unabhängigen Griechen", eine rechtspopulistische Abspaltung der neuen Demokratie, und die faschistische "Goldene Morgenröte" ins Parlament eingezogen.

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