"Bunga-Bunga"-Fall
Ruby gesteht vor Gericht: “Habe öfters gelogen”
Die 20-jährige Marokkanerin hatte einst gegenüber den ermittelnden Staatsanwälten erklärt, von Berlusconi und seinem Buchhalter 187.000 Euro in bar bekommen zu haben. Auf Fragen des Mailänder Staatsanwalts Antonio Sangermano erklärte Ruby am Freitag jedoch, die Summe habe sie "erfunden", um Aufsehen zu erregen.
Ruby wurde am Freitag zum zweiten Mal binnen einer Woche als Zeugin der Verteidigung bei einem Verfahren gegen drei Vertrauensleute Berlusconis befragt, die sich wegen Beihilfe zur Prostitution vor Gericht verantworten müssen. Der Ex-Chefredakteur der Tagesschau TG 4, Emilio Fede, der ehemalige Showgirl-Manager Lele Mora und die Ex-Regionalpolitikerin Nicole Minetti werden beschuldigt, Ruby und andere Callgirls für ausschweifende Partys in der Villa Berlusconis bei Mailand vermittelt zu haben.
Ruby "glänzte" mit Gedächtnislücken
Ruby, die in Begleitung ihres Lebensgefährten Luca Rizzo erschien, antwortete oft vage auf Fragen des Staatsanwalts. Öfters wiederholte die 20-Jährige, sie erinnere sich an die Vorfälle nicht mehr. So konnte die Marokkanerin dem Staatsanwalt auch nicht beantworten, ob sie in einer Nacht im März 2010 allein oder mit anderen jungen Frauen in der Berlusconi-Villa übernachtet habe. Sie dementierte, einer Freundin gesagt zu haben, es sei zum Sex mit dem damaligen Regierungschef gekommen. Bereits vor einer Woche hatte sich Ruby von früheren Äußerungen distanziert (siehe Infobox). Zugleich bekräftigte sie, niemals sexuelle Beziehung zu Berlusconi gehabt zu haben.
Auf wilden Partys in Berlusconis Villa in Arcore soll die Marokkanerin - ebenso wie weitere 32 junge Frauen - für Geld, Schmuck und Autos mit dem Medienzaren intim geworden sein, heißt es in der Anklage der Mailänder Staatsanwälte. Die Staatsanwälte führen vor allem abgehörte Telefongespräche und Aussagen der Mädchen ins Treffen.
Staatsanwältin Ilda Boccassini hatte vor zwei Wochen für Berlusconi eine sechsjährige Haftstrafe und den lebenslangen Ausschluss aus allen öffentlichen Ämtern gefordert. Mit einem Urteil im Prozess ist am 24. Juni zu rechnen.







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