Vor Gericht sagte der Staatsanwalt, einer der Tatverdächtigen habe gemerkt, dass die Gemälde nicht zu verkaufen seien. Deswegen habe er einem Komplizen am Telefon geraten: "Wir sollten sie (die Bilder, Anm.) lieber verbrennen." Ermittler haben dieses Gespräch abgehört.
Die drei aus dem ostrumänischen Macin stammenden und offenbar einschlägig bekannten Männer betonten vor Gericht ihre Unschuld und wollen nichts mit dem Coup in der Rotterdamer "Kunsthal" zu tun haben. Einer der Beschuldigten räumte zwar ein, zwei Mal die Ausstellung besucht zu haben, doch er habe sich im Zuge des Besuchs "nur Bronzeskulpturen" angesehen. Laut Staatsanwaltschaft sollen sich die drei jungen Männer mehrere Monate lang in den Niederlanden aufgehalten haben. Nach dem Coup sollen sie versucht haben, zwei der Kunstwerke - einen Matisse und einen Gauguin - an einen rumänischen Geschäftsmann zu vermitteln.
Die Verteidigung der Beschuldigten wies Berichte zurück, wonach diese telefonischen Kontakt zu potenziellen Käufern hergestellt beziehungsweise an der Präsentation von den zwei Meisterwerken teilgenommen haben sollen. Sie forderte die sofortige Freilassung ihrer Mandanten.
Bei dem spektakulären Einbruch in die Kunsthalle waren in der Nacht zum 16. Oktober 2012 insgesamt sieben Meisterwerke gestohlen worden - darunter auch Gemälde von Pablo Picasso, Claude Monet und Julian Freud. Der Wert des Diebesguts wird auf bis zu 100 Millionen Euro geschätzt. Die Diebe sollen den nächtlichen Einbruch präzise vorbereitet haben. Von allen Werken fehlt bis heute jede Spur.
Die Staatsanwaltschaft glaubt aber nun mit der Verhaftung der drei Männer, den größten Kunstdiebstahl in den Niederlanden seit 1991 rasch klären zu können.