Schon einmal war das Spital mit dem einfachen Namen Nummer 31 für die Elite der Kommunistischen Partei des damaligen Leningrad reserviert, bis es vor über 20 Jahren für die Öffentlichkeit freigegeben wurde.
Seither hat es als eines der wenigen Krankenhäuser Russlands floriert - Präsident Wladimir Putin sang bei einem Fundraising- Event vor zwei Jahren gar "Blueberry Hill". Die Regierung spendierte zudem Geld für neue Geräte. So wurde das Spital Nummer 31 in Russland vor allem für die Kinder- Onkologie berühmt, da hier Fälle behandelt wurden, die im Rest des Landes als hoffnungslos galten oder gar nicht erst diagnostiziert werden konnten.
Die - im Vergleich zu den meisten anderen öffentlichen russischen Krankenhäusern - hochwertige Ausstattung und das besondere Fachwissen der Mitarbeiter könnte nun dazu beigetragen haben, dass das Spital erneut für die Öffentlichkeit geschlossen werden soll. Hintergrund ist ein Umzug des Obersten Gerichtshofs und des Obersten Schiedsgerichtshofs von Moskau nach Sankt Petersburg, der in den nächsten Monaten vonstatten gehen soll, berichtet die "Moskow Times" . Die 340 Richter wollen dann offenbar ein Spital ganz für sich alleine.
So ließ Putin die Beamten der Stadt Mitte Dezember wissen, sie müssten binnen zwei Wochen eine alternative Unterbringung für die zehn größten Stationen des Spitals Nummer 31 finden. Bisher war die Suche nicht von Erfolg gekrönt. Schließlich könne ein bedeutender Teil der medizinischen Apparate nicht abgebaut und anderswo aufgestellt werden, beklagt das Spitalspersonal.
Widerstand regt sich nicht nur bei der Belegschaft, sondern auch der Bevölkerung: Zahlreiche Menschen haben sich mit offenen Briefen an Putin gewandt, über 3.000 Personen haben laut "Washington Post" ihre Namen auf eine Unterschriftenliste gegen das Vorhaben gesetzt. Schon jetzt finden sich einzelne Demonstranten vor dem Spital ein, am Mittwoch soll zudem eine große Kundgebung stattfinden.
Dass der Protest Wirkung zeigt, ist zumindest nicht ausgeschlossen: Wie die "Moskow Times" berichtet, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums, die Entscheidung über die Zukunft des Spitals Nummer 31 sei noch nicht endgültig gefallen. Beamte des Kreml würden Sankt Petersburg in naher Zukunft besuchen, um Alternativen unter die Lupe zu nehmen.