In Hisbollah-Viertel

Raketenangriff in Beirut fordert mehrere Verletzte

Ausland
26.05.2013 10:23
In der libanesischen Hauptstadt Beirut sind Sonntag früh zwei Raketen in einem von der Hisbollah-Miliz kontrollierten Stadtteil eingeschlagen. Mehrere Menschen wurden verletzt. Wer die Raketen abgefeuert hat, ist noch nicht klar. Doch die libanesische Regierung befürchtet, dass es sich um einen Vergeltungsschlag handelt, weil die Hisbollah sich immer stärker in den Bürgerkrieg im Nachbarstaat Syrien einmischt und Partei für das Regime von Präsident Bashar al-Assad ergreift.

"Zwei Grad-Raketen sind in einem südlichen Vorort von Beirut eingeschlagen. Eine davon traf ein Autogeschäft, wobei vier Personen verwundet und zahlreiche Fahrzeuge beschädigt wurden," erklärte ein Mitglied der Sicherheitsdienste.

Rund acht Kilometer von der Einschlagstelle wurden drei Raketenabschusseinrichtungen gefunden. Eine von ihnen habe offenbar nicht richtig funktioniert, erklärten die libaneischen Behörden. Das Militär nahm Ermittlungen auf.

Hisbollah-Chef: "Werden nicht nur zusehen"
Wenige Stunden vor dem Raketenangriff hatte Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah in einer Rede den Sieg seiner Kämpfer an der Seite von Syriens Staatschef Assad beschworen. "Ich sage allen ehrbaren Menschen, den Gotteskriegern, den Helden: Ich habe Euch immer einen Sieg versprochen und jetzt verspreche ich Euch einen weiteren", sagte Nasrallah.

Ein Sturz des Regimes von Assad komme für ihn nicht in Frage. Die Hisbollah werde nicht zuschauen, wie Extremisten gemeinsam mit den USA und anderen westlichen Staaten Syrien das Rückgrat brechen, versprach Nasrallah. Mit Hilfe der Hisbollah sollen syrische Regierungstruppen bei der für alle Seiten strategisch wichtigen Stadt Al-Qusair an der Grenze zum Libanon eine neue Offensive gestartet haben. Dort sollen nach Angaben von syrischen Oppositionellen mittlerweile rund 2.000 Miliz-Kämpfer im Einsatz sein.

Der Raketenbeschuss war der erste Angriff auf eine Hochburg der Hisbollah-Miliz im Libanon seit Beginn des syrischen Bürgerkrieges. Dieser hatte auch innerhalb des multikonfessionellen Libanons die Spannungen zwischen den einzelnen Religionen verstärkt. Die Hisbollah hatte lange Zeit geleugnet, aktiv an Kämpfen in Syrien beteiligt zu sein, nun scheint sie sich offensiv zur Unterstützung Assads zu bekennen.

Deutscher Minister: "Gefahr des Flächenbrandes greifbar"
Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle nannte die Hinweise auf ein "massives Eingreifen" von Hisbollah-Milizen in die Kämpfe in Syrien "sehr bedrohlich". "Die Gefahr eines Flächenbrandes ist durch diese jüngsten Entwicklungen mit Händen zu greifen", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Der Syrien-Konflikt hat seit seinem Beginn im März 2011 UN-Schätzungen zufolge mehr als 80 000 Menschen das Leben gekostet. Nach jüngsten Zahlen des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen sind mehr als 1,5 Millionen Syrer aus ihrer Heimat geflohen.

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