Luftschlag bestätigt
Raketen-Konvoi in Syrien von Israelis bombardiert
Der Luftschlag sei am Freitag ausgeführt worden, nachdem Premier Benjamin Netanyahu ihn am Donnerstagabend bei einem Kabinettstreffen angeordnet habe. Die Auslieferung der Waffen an die Hisbollah hätte das Kräfteverhältnis in der Region verändert, begründete ein israelischer Offizieller laut der Zeitung "Times of Israel" den Schlag.
Der US-Sender CNN berichtete, dass der syrische Luftraum bei dem Einsatz nicht verletzt worden sei. Die israelischen Kampfflugzeuge hätten Raketen von außerhalb Syriens auf Ziele in dem arabischen Land abgefeuert. Bereits Ende Jänner hatte die israelische Luftwaffe nach US-Angaben Ziele in Syrien angegriffen (siehe Infobox).
Auf syrischer Seite zeigte man sich unwissend über den neuerlichen Vorfall. "Ich weiß nichts von einer Attacke", sagte Syriens UNO-Botschafter Bashar Ja'afari am Freitag.
Spekulationen über C-Waffen-Lieferung
Vor der offiziellen Bestätigung hatte die Gerüchteküche in diversen amerikanischen Medien gebrodelt. So spekulierte der Nachrichtensender NBC damit, dass die jüngsten Angriffe der Israelis "Liefersystemen für chemische Waffen" gegolten hätten - hierbei beriefen sich die Nachrichtensprecher auf US-Regierungsvertreter. Andere Medien wiederum betonten ebenfalls unter Berufung auf US-Regierungskreise, dass die Luftschläge keine Chemiewaffen-Einrichtung zum Ziel gehabt hätten.
Israel hatte in der Vergangenheit klargestellt, es könnte in den Konflikt in Syrien eingreifen, um zu vermeiden, dass gefährliche Waffen in die Hände von militanten Gruppen fallen. Die von Syrien und dem Iran unterstützte Hisbollah hatte im Sommer 2006 einen 34-Tage-Krieg gegen Israel geführt.
Druck auf Obama in Syrien-Frage wächst
Unterdessen bereiten sich die USA auf eine mögliche militärische Unterstützung der Rebellen in Syrien vor (siehe Infobox). Nachdem das Pentagon am Donnerstag von Überlegungen berichtet hatte, Regimegegner mit Waffen auszustatten, nahm US-Präsident Barack Obama am Freitag zu einem möglichen Einsatz von Bodentruppen in dem Bürgerkriegsland ebenfalls Stellung.
Als Oberster Befehlshaber schließe er zwar grundsätzlich keine Option aus, derzeit sei eine Truppenentsendung aber nicht vorstellbar, sagte Obama am Rande eines Besuches in Costa Rica. "Ich sehe derzeit kein Szenario, in dem amerikanische Stiefel auf syrischem Boden nicht nur gut für Amerika, sondern auch gut für Syrien wären."
Obama: "Chemische Waffen würden alles ändern"
Sollte sich herausstellen, dass die syrischen Streitkräfte systematisch Chemiewaffen einsetzen, würde dies jedoch alles ändern. Zwar gebe es Hinweise für einen Einsatz von Chemiewaffen, man wisse aber nicht, wo und von wem sie eingesetzt worden seien. Es müssten nun weitere Hinweise gesammelt und den Vereinten Nationen vorgelegt werden, sagte Obama.







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