Bereits zum vierten Mal seit Beginn des Verfahrens Ende November fiel damit ein Prozesstag wegen der angeschlagenen Gesundheit Demjanjuks aus.
Am Donnerstag sollte vor dem Landgericht München II noch einmal der Richter Thomas Walther als Zeuge gehört werden, der bei der deutschen Zentralstelle zur Aufklärung von NS- Verbrechen in Ludwigsburg das Verfahren gegen den gebürtigen Ukrainer ins Rollen gebracht hatte. Er war bereits am Dienstag vernommen worden. Wann seine Aussage fortgesetzt wird, ist noch unklar.
Der Prozess soll am kommenden Dienstag mit der Vernehmung des Sachverständigen Dieter Pohl vom Institut für Zeitgeschichte weitergehen. Auch seine Aussage war wegen einer Erkrankung Demjanjuks verschoben werden.
Demjanjuk ist wegen seiner Tätigkeit als Wachmann im NS- Vernichtungslager Sobibor im besetzten Polen angeklagt. Er soll 1943 für ein halbes Jahr als Kriegsgefangener Wächter in Sobibor gewesen und sich in der Zeit der Beihilfe zum Mord in 27.900 Fällen schuldig gemacht haben. Er bestreitet die Vorwürfe. Zu den wichtigsten Beweisstücken gegen ihn zählen ein Dienstausweis und Verlegungslisten, nach denen Demjanjuk im März 1943 nach Sobibor kam und im Oktober ins KZ Flossenbürg verlegt wurde. Die Anklage ist von der Echtheit der Dokumente überzeugt.
Der 89- jährige Demjanjuk steht seit November vor dem Landgericht München II. Er hatte jahrzehntelang in den USA gelebt und war nach einem langen Rechtsstreit im Mai vergangenen Jahres nach Deutschland gebracht worden.