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30.08.2014 - 00:10

Plagiatsverfahren gegen deutsche Ministerin eröffnet

22.01.2013, 22:57
Plagiatsverfahren gegen deutsche Ministerin eröffnet (Bild: ap)
Foto: ap
Im Kampf um den Erhalt ihres Doktortitels hat die deutsche Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) eine Etappenniederlage hinnehmen müssen. Die Uni Düsseldorf beschloss am Dienstag die Eröffnung eines Verfahrens zur Aberkennung des Titels, wie der Dekan der Philosophischen Fakultät, Bruno Bleckmann, mitteilte.

Schavan (Bild) wird vorgeworfen, in ihrer Doktorarbeit zum Thema "Person und Gewissen" aus dem Jahr 1980 getäuscht zu haben. Die Ministerin hatte die Vorwürfe in der Vergangenheit wiederholt zurückgewiesen. Nach Uni- Angaben wird der Fakultätsrat das Verfahren gegen Schavan nun eröffnen und die Vorwürfe "bis zur Entscheidungsreife" prüfen. Am Ende des Verfahrens wird das Gremium demnach eine Entscheidung für oder gegen den Titelentzug fällen. Gegen eine mögliche Aberkennung ihres Doktortitels könnte Schavan dann innerhalb eines Monats vor Gericht klagen.

Dekan: "Verfahren ergebnisoffen"

Das Gremium der Uni Düsseldorf folgte mit seiner Entscheidung der Empfehlung der Promotionskommission, die als Vorinstanz die Dissertation der Ministerin geprüft hatte. Der Fakultätsrat habe am Dienstag in geheimer Abstimmung mit 14 Ja- Stimmen und einer Enthaltung für die Einleitung des Hauptverfahrens gestimmt, erklärte Bleckmann. "Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass das Verfahren ergebnisoffen ist", so der Dekan der Philosophischen Fakultät. Für den 5. Februar sei eine weitere Sitzung des Fakultätsrats angesetzt. Dann werde über die Fortsetzung des Verfahrens beraten.

CDU gibt Ministerin Rückendeckung

Unmittelbar vor der Entscheidung des Fakultätsrats hatte Schavan Rückendeckung von CDU- Generalsekretär Hermann Gröhe erhalten. Er habe volles Vertrauen in Schavan "und ihre klare Aussage, dass die gegen sie erhobenen Vorwürfe nicht zutreffen", sagte Gröhe der Tageszeitung "Die Welt" am Dienstag. Zugleich ermahnte er die Uni nachdrücklich, die Vorwürfe fair zu prüfen. Dabei müssten die von der Allianz der Wissenschaftsorganisationen zu Recht angemahnten Kriterien uneingeschränkt angewendet werden.

AG/red
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