Nach Wahlsieg

Pakistan: Sharif in Richtung USA und Indien versöhnlich

Ausland
13.05.2013 20:06
Zwei Tage nach der Parlamentswahl in Pakistan hat der designierte Premier Nawaz Sharif den USA und dem Erzfeind Indien am Montag die Hand entgegengestreckt. Sharif äußerte zwar "Sorge" über die anhaltenden US-Drohnenangriffe, sicherte den amerikanischen Streitkräften beim Abzug aus Afghanistan kommendes Jahr jedoch "volle Unterstützung" zu. Zugleich sagte der konservative Politiker, er wäre "sehr glücklich", wenn der indische Ministerpräsident Manmohan Singh an seiner Vereidigung teilnähme.

"Wenn es auf einer Seite Sorgen gibt, sollten wir diese ansprechen und die Beziehung stärken", sagte Sharif mit Blick auf das schwierige Bündnis mit den USA. Über die Drohnenangriffe, mit denen die USA in den Grenzgebieten zu Afghanistan gegen islamistische Extremisten vorgehen und die wegen der zahlreichen zivilen Opfer in Pakistan Empörung auslösen, sagte Sharif, dies sei eine "sehr wichtige Frage. Unsere Sorgen sollten richtig verstanden werden."

Zum geplanten Abzug der US-Armee aus Afghanistan kommendes Jahr meinte der Wahlsieger, "wir werden ihnen volle Unterstützung gewähren und dafür sorgen, dass alles glatt läuft". US-Präsident Barack Obama hatte am Vorabend gesagt, er wolle die Kooperation mit der neuen Regierung in Islamabad "als gleichberechtigte Partner" fortsetzen. In Richtung Indien, mit dem die Beziehungen trotz Bemühungen um eine Annäherung gespannt sind, sagte Sharif, er würde sich freuen, seinen Kollegen Singh zur Vereidigungszeremonie einzuladen.

Am Sonntag hatte Sharif Beratungen zur Regierungsbildung aufgenommen. So berief er etwa seinen früheren Finanzminister Ishaq Dar erneut in die Regierung. Dar, der bereits in Sharifs zweiter Regierung von 1997 bis 1999 für den Haushalt zuständig war, habe "alle Fakten und Zahlen in den Fingerspitzen", sagte ein Parteisprecher.

EU: Wahl wichtiger Schritt für demokratische Entwicklung
Bei der Parlamentswahl am Samstag hatte Sharifs konservative Pakistan Muslim League Medienberichten zufolge 130 der 272 direkt zu vergebenden Sitze erhalten (siehe Infobox). Dagegen brach die regierende Pakistan People's Party von bisher 88 auf 33 Sitze ein. Die Partei des früheren Cricket-Stars Imran Khan, Pakistan Tehreek-e-Insaf, dürfte mit 29 Sitzen auf den dritten Platz gekommen sein.

Trotz Drohungen und Anschlägen der Taliban lag die Wahlbeteiligung bei fast 60 Prozent. Die EU-Beobachtermission bezeichnete die Wahl ungeachtet etlicher Unregelmäßigkeiten als wichtigen Schritt für die demokratische Entwicklung des Landes.

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