Scharfe Kritik
Oppositionsführer in Syrien: “Welt sieht Abschlachten zu”
Khatib war bisher vier Monate im Amt. Bei seinem abgelehnten Rücktrittsgesuch gab er an, sich mehr Bewegungsfreiheit für seine weitere Arbeit verschaffen zu wollen, die ihm in offiziellen Institutionen fehle.
In seiner Facebook-Nachricht zeigte sich Khatib frustriert: "Seit zwei Jahren werden wir von einem beispiellos bösartigen Regime abgeschlachtet, während die Welt zusieht. Ich hatte unseren großartigen Menschen ein Versprechen gegeben, dass ich zurücktreten würde, wenn irgendwelche roten Linien überschritten werden."
Oppositionsführer klagt Tatenlosigkeit an
Die Weltgemeinschaft sei tatenlos geblieben, so der Oppositionsführer: "All die Zerstörung von Syriens Infrastruktur, die Inhaftierung Zehntausender Menschen, die erzwungene Flucht Hunderttausender und andere Arten des Leidens waren nicht genug für die internationale Gemeinschaft, um eine Entscheidung zu treffen, die den Menschen dabei hilft, sich zu verteidigen."
Opposition lehnt Rücktritt ab
Der Rücktrittsversuch kam wenige Tage nach der Wahl Ghassan Hittos zum oppositionellen Regierungschef für die von den Rebellen in Syrien kontrollierten Gebiete (siehe Infobox). Khatib galt als Gegner der Nominierung Hittos. Nach Angaben aus seinem Umfeld trug er sich jedoch schon vorher mit Rücktrittsgedanken. Vorerst wird er die Opposition aber wohl weiter führen, schließlich teilte die Generalversammlung der Syrischen Nationalen Koalition am Sonntag mit, sie nehme den Rücktritt nicht an. Khatib werde "aufgefordert, seine Arbeit als Präsident der Koalition wieder aufzunehmen".
Der aus Syriens Hauptstadt Damaskus stammende Khatib hatte das Land im vergangenen Sommer verlassen, nachdem Sicherheitskräfte von Staatschef Bashar al-Assad ihn mehrfach festgenommen hatten. Am 11. November wurde er bei einem Treffen der Opposition im Emirat Katar zum Präsidenten der Nationalen Koalition gewählt. Der langjährige US-Manager Hitto war am vergangenen Dienstag in Istanbul zum Interimsregierungschef bestimmt worden.







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