Umsturzpläne?

Nordkorea: US-Bürger zu 15 Jahren Lagerhaft verurteilt

Ausland
02.05.2013 07:47
Inmitten der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hat das Regime in Pjöngjang einen US-Bürger wegen "feindlicher Akte" zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt. Dies meldete die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Donnerstag, ohne nähere Angaben zu den Vorwürfen zu machen. Der Angeklagte, Kenneth Bae (Koreanisch: Pae Jun Ho, rechts im Bild), war Anfang November im Nordosten des kommunistischen Landes festgenommen worden.

Der Mann war nach nordkoreanischen Angaben als Tourist in das abgeschottete Land eingereist. Am 3. November sei er in der Hafenstadt Rason festgenommen worden. Eine südkoreanische Zeitschrift identifizierte ihn als einen aus Korea stammenden 44-jährigen Tourismusmanager, der mit fünf Touristen durch Nordkorea gereist sei, von denen einer eine Computerfestplatte mit sensiblen Daten bei sich gehabt habe. Der Angeklagte soll nach Angaben des Regimes "Verbrechen zum Sturz der Demokratischen Volksrepublik Korea" gestanden haben.

Der südkoreanische Aktivist Do Hee Yoon sagte, der Mann sei vermutlich festgenommen worden, weil er Fotos von abgemagerten nordkoreanischen Kindern gemacht habe, um für mehr Hilfe zu werben.

USA verlangen Freilassung aus "humanitären Gründen"
Die USA hatten am Montag die sofortige Freilassung ihres Staatsbürgers aus "humanitären Gründen" gefordert. Der Mann sei mit einem gültigen Visum eingereist, betonte ein Sprecher des Außenministeriums in Washington. Der frühere US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Bill Richardson, hatte sich bei einem Besuch in dem abgeschotteten Land Anfang des Jahres vergeblich für eine Freilassung seines Landsmanns eingesetzt.

Angesichts der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel wolle Pjöngjang den USA mit der Verurteilung Zugeständnisse abpressen, meinte Yang Moo Jin, Professor an der Universität für Nordkorea-Studien in Seoul. Nach dem Atomtest des Nordens im Februar und weiteren Provokationen sei die Lage aber politisch und militärisch derart angespannt, dass es extrem unwahrscheinlich sei, dass die USA ihre Haltung gegenüber dem Land ändern würden.

US-Bürger werden immer wieder festgenommen
In der Vergangenheit waren in Nordkorea wiederholt US-Bürger festgenommen und nach Verhandlungen mit ranghohen US-Vertretern wieder freigelassen worden. Zuletzt kam Eddie Jun Yong Su 2011 ein halbes Jahr nach seiner Festnahme frei. Jun, der koreanischer Abstammung ist, war vermutlich wegen christlicher Missionarstätigkeiten in dem Land festgehalten worden.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
02.05.2013 07:47
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung