Explosion in Bangkok

“Mörderteam” aus Iran wollte Israels Botschaft sprengen

Ausland
16.02.2012 08:34
Nach den Explosionen in der thailändischen Hauptstadt Bangkok sind drei Iraner (Bild) dringend verdächtig, Anschläge auf die israelische Botschaft geplant zu haben. Am Dienstag waren bei drei Detonationen im Osten Bangkoks fünf Menschen verletzt worden. Einem der Täter waren dabei beide Beine weggesprengt worden - er liegt im Spital, seine mutmaßlichen Komplizen wurden festgenommen.

"Sie wollten einen Sprengsatz an ein Diplomatenfahrzeug heften", sagte am Mittwoch ein hochrangiger Geheimdienstmitarbeiter gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. "Dieses Team von drei Iranern ist ein Mörderteam, und ihre Ziele waren israelische Diplomaten, der Botschafter eingeschlossen."

Die drei Explosionen am Dienstag ereigneten sich in einem von den drei Iranern gemieteten Haus, das nach Angaben der Polizei zur Herstellung von Bomben genutzt worden war. Nach Angaben von Thailands Regierungssprecherin Thitima Chaisaeng seien dort auch ein Versteck mit dem Plastiksprengstoff C4 und Geräte zur Bombenfernzündung gefunden worden.

Bombe aus Wut auf Taxi geschleudert
Eine Bombe sei innerhalb des Hauses explodiert, woraufhin die Männer die Flucht ergriffen hätten. Einer von ihnen - sein Name wurde mit Saeid Moradi angegeben - habe versucht, ein Taxi anzuhalten. Da der Fahrer aber nicht stehen blieb, schleuderte der Mann eine Bombe auf das Fahrzeug. Der Fahrer wurde verletzt.

Der Verdächtige versuchte wegzulaufen, wurde aber von der Polizei gestellt. Als der Mann seine Bombe auf die Beamten werfen wollte, prallte der Sprengsatz an einem Baum ab und sprengte dem Iraner beide Beine weg. Er wurde ins Spital eingeliefert. Seine beiden mutmaßlichen Komplizen befinden sich in Haft - sie wurden auf den internationalen Flughäfen Suvarnabhumi bzw. Kuala Lumpur gefasst.

Israel warnte vor Anschlägen
Erst vor wenigen Wochen hatte der israelische Geheimdienst die USA und die thailändische Regierung vor einer Terrorzelle der Hisbollah in Bangkok gewarnt, die Anschläge in der thailändischen Hauptstadt plane. Am 8. Jänner wiederholten die israelischen Behörden ihre dringende Warnung.

Die österreichische Botschaft empfiehlt österreichischen Staatsbürgern, besondere Vorsicht auf stark frequentierten öffentlichen Plätzen wie Einkaufszentren, Märkten, religiösen Heiligtümern, Bars, Discos, Nachtklubs und Orten von touristischem Interesse im Großraum Bangkok walten zu lassen.

Iran "größter Terror-Exporteur der Welt"
In jüngster Zeit hatten sich die Spannungen zwischen Iran und Israel weiter verschärft. Am Vortag der Explosionen in Bangkok war es in Indien und Georgien zu einem Bombenanschlag bzw. einem Attentatsversuch auf israelische Diplomaten (siehe Infobox) gekommen. Israels Verteidigungsminister Ehud Barak und der israelische Botschafter in Thailand werfen dem Iran vor, hinter dem Anschlag in Neu Delhi zu stehen. "Iran und Hisbollah sind unerbittliche Elemente des Terrors, die die Sicherheit der Region und der Welt gefährden", so Barak.

Am Mittwoch bekräftigte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu, der Iran sei "der größte Terror-Exporteur der Welt". "In diesen Tagen werden die Terroraktionen des Iran vor den Augen aller aufgedeckt", so der Regierungschef. "Der Iran bedroht die weltweite Stabilität." Netanyahu warf Teheran vor, auf "unschuldige Diplomaten auf der ganzen Welt" abzuzielen.

Iran beschuldigt Israel, hinter Vorfällen in Bangkok zu stecken
Unterdessen beschuldigte der Sprecher des Außenministeriums in Teheran, Ramin Mehmanparast, am Mittwoch Israel, hinter den Vorfällen in Bangkok zu stecken. Er sicherte Thailand Zusammenarbeit zu, um den Fall aufzuklären.

Beobachter halten es für möglich, dass es sich bei den Anschlägen auf israelische Diplomaten um Racheakte für die Ermordung iranischer Atomwissenschaftler handelt, für die Teheran den israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad verantwortlich macht. Im Jänner war der 32-jährige Atomwissenschaftler Mostafa Ahmadi Roshan bei der Explosion einer Haftbombe an seinem Auto getötet worden. Es war der vierte derartige Anschlag auf iranische Atomwissenschaftler innerhalb von zwei Jahren.

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