"I am Malala"

Millionenschwerer Deal: Taliban-Opfer schreibt Memoiren

Ausland
28.03.2013 15:57
Die bei einem Taliban-Anschlag im vergangenen Oktober schwer verletzte pakistanische Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai schreibt ihre Memoiren: Das Buch soll unter dem englischen Titel "I am Malala" (Ich bin Malala) bereits im Herbst erscheinen. Ein britischer Verlag zahlte laut einem Bericht des "Guardian" mehr als zwei Millionen Euro für die Rechte an der Geschichte der 15-Jährigen.

Sie hoffe, dass ihr Buch die Menschen auf der ganzen Welt erreichen werde, erklärte Malala gegenüber dem "Guardian". Ihre Leser sollen erfahren, dass es für manche Kinder sehr schwer sei, Zugang zu Bildung zu erhalten, fügte sie hinzu.

"Ich möchte meine Geschichte erzählen. Aber es wird auch eine Geschichte über die 61 Millionen Kinder sein, die keine Bildung erhalten", so die 15-Jährige. Sie wünsche sich, dass sie mit ihrem Buch Teil einer Kampagne werde, durch die "jedem Buben und jedem Mädchen das Recht auf einen Schulbesuch" zugesprochen wird. "Es ist ihr Grundrecht", betonte die junge Pakistani, in deren Heimat die Taliban den Mädchen verbieten, zur Schule zu gehen.

Das Buch soll bereits im kommenden Herbst erscheinen, dem Zeitungsbericht zufolge wurde ein Vertrag in der Höhe von zwei Millionen Pfund (rund 2,3 Mio. Euro) abgeschlossen. In Großbritannien und dem Commonwealth soll "I am Malala" demnach im Verlag Weidenfeld & Nicolson erscheinen, die Verlagsgruppe Little, Brown habe sich für den Rest der Welt die Rechte gesichert. Eine Sprecherin von Weidenfeld & Nicolson wollte die Angaben zur Höhe des Deals gegenüber dem "Guardian" nicht kommentieren.

Verlagschefin: "Dokument der Tapferkeit"
Arzu Tahsin, Verlagschefin bei Weidenfeld & Nicolson, ist sich jedenfalls sicher, dass Malalas Buch ein Erfolg wird. Es werde ein "Dokument der Tapferkeit, des Muts und der visionären Kraft" sein, sagte sie. Sie habe keinen Zweifel daran, dass das Buch des Mädchens, das in ihren jungen Jahren schon so viel durchmachen habe müssen, Leser aller Altersgruppen inspirieren werde, die an das Recht auf Bildung glauben.

Die 15-Jährige war bekannt geworden, als sie vor drei Jahren in einem Blog des britischen Senders BBC über ihr Leben im pakistanischen Swat-Tal berichtete. Sie setzte sich dabei vor allem für das Recht von Mädchen auf Bildung ein.

Anfang Oktober vergangenen Jahres schoss ihr ein Taliban-Kämpfer in ihrem Schulbus in Pakistan in den Kopf. Sie überlebte den Anschlag nur knapp und wurde in ein Krankenhaus in die britische Stadt Birmingham geflogen. Bei einer Operation im Februar wurden ihr eine Titanplatte sowie ein Implantat zur Wiederherstellung des Gehörs in den Kopf eingesetzt. Seit Kurzem besucht das Mädchen in Birmingham erstmals seit dem Anschlag wieder die Schule (siehe Infobox).

15-Jährige für Friedensnobelpreis nominiert
Malala erhielt für ihre Arbeit als Kinderrechtsaktivistin bereits mehrere internationale Auszeichnungen. So kürte sie das US-Nachrichtenmagazin "Time" nach US-Präsident Barack Obama zur zweitwichtigsten Person des Jahres 2012. Malala wurde zudem für den diesjährigen Friedensnobelpreis nominiert. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte außerdem angekündigt, dass die UNO den 10. November als "Malala Day" feiern werde.

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