Seit 2007 ist die Selbstmordrate um mindestens 54 Prozent gestiegen, damals lag die Zahl der Suizide bei 115 - sie wurde von der "Washington Post" zu der Zeit als "Allzeit- Hoch" bezeichnet.
Nach der Einführung einer Kampagne zur Selbstmordprävention 2009 war die Zahl der Suizide 2010 und 2011 zurückgegangen. Nachdem die ersten Zahlen für 2012 im vergangenen Juni bekannt geworden waren, hatte sich die Armeeführung überrascht gezeigt.
Experten sehen verschiedene Gründe für die hohe Suizidrate: Soldaten müssen mehr Kampfeinsätze absolvieren, leiden unter posttraumatischem Stress, Alkohol- und Medikamentenmissbrauch. Sexuelle Übergriffe in der Armee, aber auch häusliche Gewalt kommen unter US- Soldaten im aktiven Dienst immer häufiger vor, zeigen Daten des Pentagon.
Wie NBC News berichtet, sehen einige Angehörige von US- Soldaten (im Bild Familie Scheuerman, deren Sohn Jason sich 2007 das Leben nahm) die Hauptschuld für die hohe Suizidrate bei der Armeeführung. Es herrsche eine Kultur, in der Soldaten, die um Hilfe bitten, als schwach angesehen würden, so die Familien. Wer psychologische Hilfe in Anspruch nehme, dem werde zum Beispiel die Beförderung verweigert. Zudem verwende die Armee viel mehr Kraft darauf, suizidgefährdete Soldaten auszusondern, statt ihnen beizustehen.
Zudem haben bereits im September zwei Demokraten aufgedeckt, dass nicht alle zur Verfügung stehenden Gelder der Abteilung für Selbstmordprävention 2012 ausgegeben wurden - obwohl die Summe laut der Politiker eigentlich noch zu gering sei. Das Verteidigungsministerium ließ hingegen wissen, das Programm habe bereits Erfolge zu verzeichnen und helfe, die Stigmata von Soldaten mit psychischen Problemen zu verringern.