Die beiden Beamtinnen waren am Sonntagabend im südfranzösischen Dorf Collobrières im Zusammenhang mit einem Streit um einen Diebstahl bei einem Verdächtigen vorstellig geworden. Er soll einer Frau die Handtasche gestohlen haben. Der Ehemann der Bestohlenen hatte daraufhin den mutmaßlichen Dieb in dessen Wohnung mit dem Vorwurf konfrontiert und sich mit ihm eine hitzige Auseinandersetzung geliefert.
Als kurz darauf die beiden Polizistinnen eintrafen, schlug der Verdächtige eine der beiden Frauen nieder, nahm ihre Waffe an sich und erschoss sie in seiner Wohnung. Die andere Gendarmin verfolgte er nach draußen und erschoss sie auf einem Platz des Dorfs.
Der Verdächtige, laut Behörden ein zwischen 25 und 30 Jahre alter vorbestrafter Mann, wurde wenig später im Zuge einer groß angelegten Fahndung festgenommen. Der Mann sei laut Polizei schon in den frühen Abendstunden vor der Bluttat alkoholisiert gewesen. Zusammen mit dem mutmaßlichen Todesschützen wurde auch seine Lebensgefährtin festgenommen. Sie soll ebenfalls eine Rolle bei der Tötung der beiden Frauen gespielt haben.
Bei den Opfern handelte es sich um Frauen im Alter von 29 und 35 Jahren. Die ältere der beiden hinterlässt einen Mann und zwei Kinder. Der französische Innenminister Manuel Valls reiste noch am Montag nach Collobrières und sprach den Hinterbliebenen der getöteten Beamtinnen bei einer Pressekonferenz sein Beileid aus. Präsident Francois Hollande zeigte sich von dem Verbrechen in der nahe dem beliebten Mittelmeer- Badeort Saint- Tropez gelegenen Gemeinde schockiert. Die gesamte Republik sei betroffen, ließ er mitteilen.