Rascher Vormarsch
Mali: Truppen erlangen Kontrolle über Timbuktu
Man kontrolliere nach einer Boden- und Luftoffensive fortan die gesamte Niger-Schlinge zwischen Timbuktu und Gao, teilte die französische Armeeführung am Montag mit. "Wir sind auf keinen Widerstand gestoßen. Es gibt kein Sicherheitsproblem in der Stadt", sagte ein hochrangiger malischer Armeeoffizier gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Französische und malische Soldaten seien bereits in die Innenstadt Timbuktus vorgedrungen. Die 50.000-Einwohner-Stadt liegt am südlichen Rand der Sahara und gilt wie das zuletzt eingenommene Gao als strategisch wichtig im Kampf gegen die Islamisten im Norden des Landes.
Bibliothek mit historischen Manuskripten angezündet
Laut Angaben des Bürgermeisters von Timbuktu, Halle Usmane, sollen die Islamisten aus der Oasenstadt geflüchtet sein. Davor sollen sie noch zahlreiche Häuser in Brand gesetzt haben, darunter seinen Amtssitz und das Haus eines Abgeordneten sowie eine Bibliothek mit alten Handschriften von unschätzbarem Wert. Einige der Schriften stammen aus dem 13. Jahrhundert. Wie viel von dem Gebäude, das mehr als 20.000 Manuskripte beherbergt, zerstört wurde, konnte Usmane in einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur Reuters nicht sagen.
Fabius warnt: "Rebellen könnten zurückkehren"
"Die Terrorgruppen verfolgen die Strategie des Rückzugs", sagte der französische Außenministers Laurent Fabius am Montag im Fernsehsender France 2. Seiner Einschätzung nach werde das Land dank des von Frankreich geführten Militäreinsatzes gegen die islamistischen Rebellen Schritt für Schritt befreit. "Gemeinsam mit den Maliern gewinnen wir eine Reihe von Städten zurück", so Fabius. Der Außenminister warnte aber davor, dass sich bewaffnete Kämpfer der islamistischen Allianz im Norden Malis verstecken und später zurückkehren könnten.
EU: 50 Millionen Euro für Militäreinsatz
Die Europäische Union will sich unterdessen mit 50 Millionen Euro am afrikanischen Militäreinsatz in Mali (Afisma) beteiligen. Offiziell will sich die EU-Kommission bei der für Dienstag geplanten internationalen Geberkonferenz in Äthiopien zu dieser Summe verpflichten. Das erklärte EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs am Montag am Rande des Gipfeltreffens der Afrikanischen Union in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba.
Mit dem Geld würden keine Waffen gekauft, sondern Nebenkosten - zum Beispiel für Transport und medizinische Hilfe - bezahlt, betonte Piebalgs. Welcher Betrag insgesamt für die Finanzierung der Afisma gebraucht wird, ist unklar. "Die bisher genannte Summe von 400 Millionen Dollar (297 Millionen Euro) scheint aber realistisch", so der EU-Entwicklungskommissar.







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