Banken als Ziele
London: Zahlreiche Festnahmen bei Anti-G8-Protesten
Im Herzen der britischen Hauptstadt nahmen Demonstranten eine verwaiste Polizeistation in Beschlag. "Und wenn wir den G8 zermalmen?", stand auf einem ihrer Plakate. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Bereitschaftspolizisten einen jungen Mann auf dem Dach des Gebäudes im Stadtteil Soho überwältigten. Es habe Hinweise gegeben, dass die Gruppe Waffen habe und Krawalle anzetteln wolle, sagte ein Polizeisprecher. Mehr als 100 Sicherheitskräfte umzingelten das Gebäude und drangen schließlich in das Innere vor, um mehrere Menschen abzuführen.
"Karneval gegen den Kapitalismus"
Bei einer weiteren Hausbesetzung im Stadtteil Norton Folgate wurden drei Demonstranten wegen Sachbeschädigung festgenommen. Dort hatten sich etwa 20 Aktivisten versammelt. Die Proteste wurden von der Gruppe "StopG8" unter dem Motto "Carnival against Capitalism", also "Karneval gegen den Kapitalismus", organisiert. Bei ihrem Zug durch die Innenstadt gab es Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften. Demonstranten hatten zuvor Stadtpläne von London online gestellt, auf denen die Lage der wichtigsten Banken und Hedgefonds verzeichnet ist.
Eine Sprecherin des Innenministeriums rechtfertigte den Einsatz von Scotland Yard. Friedliche Demonstrationen seien ein "entscheidender Teil einer demokratischen Gesellschaft, vorausgesetzt, sie laufen innerhalb des gesetzlichen Rahmens ab", sagte sie. Bei "gewalttätigem oder bedrohlichem" Verhalten habe die Polizei jedoch die Befugnis zu handeln. Weitere große Proteste sind an diesem Wochenende geplant, unter anderem im nordirischen Belfast sowie im Londoner Bankenviertel Canary Wharf.
Treffen in abgeschirmtem Golfhotel
Die Staats- und Regierungschefs der führenden Industriestaaten und Russlands treffen sich Anfang kommender Woche im nordirischen Lough Erne. Der britische Premier David Cameron hat in ein abgeschiedenes Golfhotel eingeladen. Rund 8.000 Polizisten sollen unter anderen die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama schützen.
Themen des Treffens sind der freie Welthandel, der Kampf gegen die Steuerflucht sowie Korruption bei Rohstoff- und Landkäufen in armen Staaten. Mit dem Bürgerkrieg in Syrien sowie den umstrittenen Atomprogrammen Nordkoreas und des Iran stehen auch internationale Brennpunkte auf der Tagesordnung.







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