"Kein Grund zu klagen: Der Papst bleibt sauber!", titelt das Satiremagazin in seiner August- Ausgabe in Anspielung auf die päpstliche Reaktion auf das Juli- Heft unter der neuen Fotomontage. "Eigentlich müssten wir ihn damit versöhnt haben", sagte "Titanic"- Chefredakteur Leo Fischer der Nachrichtenagentur dpa am Freitag.
Das Magazin hatte auf seinem Juli- Titel Benedikt XVI. von vorn und hinten gezeigt - einmal mit gelbem, einmal mit braunem Fleck auf der Soutane. Dazu die Überschrift mit der Anspielung auf die Enthüllungsaffäre im Vatikan: "Halleluja im Vatikan - Die undichte Stelle ist gefunden!" Das Titelbild wurde verboten, nachdem die katholische Kirche interveniert hatte (siehe Infobox).
Gegen die einstweilige Verfügung des Landgerichts Hamburg hat "Titanic" Widerspruch eingelegt. Einen Termin für eine mündliche Verhandlung gibt es nach Auskunft des Gerichts bisher nicht. Der Titel sei nicht weiter verbreitet worden, denn bei Zuwiderhandlung habe das Gericht 250.000 Euro angedroht, sagte Fischer. "Das können wir uns nicht leisten."
Eine weitere Klage will der Chefredakteur jedoch nicht ausschließen: "Ich halte alles für möglich. Wir danken dem Heiligen Vater für sein Interesse an unserem Magazin und bitten erneut um den päpstlichen Segen", sagte Fischer gegenüber der dpa gewohnt ironisch. Das Aufsehen um die vergangene Ausgabe habe sich ohnehin sehr positiv auf den Verkauf ausgewirkt. Fischer sprach von einer Steigerung um mehr als 70 Prozent, in den Bahnhofsbuchhandlungen sei die Ausgabe ausverkauft gewesen.
"Nun hoffen wir, dass der Heilige Stuhl auch diesen neuen Titel ähnlich abwegig und rufschädigend interpretiert", so der "Titanic"- Chefredakteur.