Aktienwert halbiert

Konkurrenz in den Startlöchern für BP-Übernahme

Ausland
05.07.2010 11:12
Der Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko hat den britischen Energiekonzern BP bisher 3,12 Milliarden Dollar (2,49 Milliarden Euro) gekostet. Doch der tatsächliche Schaden für das Unternehmen ist weitaus höher. Seit der Explosion der Plattform "Deepwater Horizon" am 20. April hat das Unternehmen rund 100 Milliarden Dollar an Marktwert verloren. Jetzt bereiten sowohl arabische Investoren als auch Konkurrenten die Übernahme des einstigen Kolosses vor.

Auch eine kleinere Variante, bei der nur die Kern-Bestandteile des Unternehmens aufgekauft werden, steht zumindest bei den arabischen Investoren zur Debatte. Das berichtete die Zeitung "The National" aus Abu Dhabi am Sonntag unter Berufung auf informierte Kreise. Rivalen wie Exxon Mobil, Royal Dutch Shell oder PetroChina würden hingegen wohl erst dann zuschlagen, wenn BP sich wieder in ruhigeren Gewässern befindet - also dann, wenn der Ölfluss aus dem Bohrloch im Golf von Mexiko gestoppt ist. Das berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf eine Person, die an der Erarbeitung der BP-Strategie beteiligt sei. Dann dürfte - so glauben Anleger - auch die Konzernspitze ausgewechselt werden.

Auch der französische Mineralöl-Konzern Total brachte sich ins Spiel. Es habe derzeit zwar nicht Priorität, sich Teile von BP anzuschauen, sagte Firmenchef Christophe de Margerie. "Sollten sie aber zum Verkauf gestellt werden, würden wir sie natürlich näher betrachten." Eine Komplett-Übernahme schloss er aber aus.

"Absaug-Tanker" hat Dienst aufgenommen
Im Golf von Mexiko hat derweil ein umgerüsteter Tanker mit zweitägigen Tests zum Absaugen von ausgelaufenem Öl begonnen (siehe Infobox). Der Supertanker mit dem Namen "A Whale" startete am Samstag mit den Tests. Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Unterdessen will ein von Präsident Barack Obama eingesetzter Untersuchungsausschuss zur Ölkatastrophe Mitte Juli erstmals öffentlich tagen. Bei dem zweitägigen Treffen in New Orleans am 12. und 13. Juli werde die Kommission Ölpest-Betroffene anhören, teilten führende Mitglieder Ausschusses mit. Zudem werde man den Rat von Experten zu regulatorischen, technischen, rechtlichen und wissenschaftlichen Themen sowie Fragen des Risikomanagements suchen, um sicherzustellen, dass jegliche Tiefseebohrungen sicher seien.

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