Kim beweist: Diplomatie ist Fahrt auf Hochschaubahn

03.08.2012, 13:40
Kim beweist: Diplomatie ist Fahrt auf Hochschaubahn (Bild: AP)
Foto: AP
Sichtlich um ein freundlicheres Image bemüht hat sich Nordkoreas junger Machthaber Kim Jong Un jetzt mit ausländischen Diplomaten auf einer Hochschaubahn in einem Freizeitpark in der Hauptstadt Pjöngjang amüsiert. Wie von nordkoreanischen Staatsmedien veröffentlichte Bilder zeigen, zauberte die Fahrt ein Lächeln auf Kims Gesicht - die britische Botschaft hingegen geriet in Erklärungsnot.

Wer ist der geheimnisvolle nicht- koreanische Mann mit dem Diktator auf der Hochschaubahn? Das fragten zahlreiche internationale Medien nach der Veröffentlichung der Bilder. Die britische Botschaft in Pjöngjang sah sich schließlich zur Aufklärung gezwungen und teilte am Freitag mit, einer ihrer Diplomaten sei bei dem Ausflug im Vergnügungspark Rungna dabei gewesen - ebenso wie weitere Diplomaten aus anderen Staaten. Außer seinem Namen, Barnaby Jones, wurden keine näheren Angaben zur Identität des Briten gemacht.

"Kritischer" Austausch mit Regime?

Es habe sich demnach um eine - wenn auch ungewöhnliche - Gelegenheit gehandelt, den Kontakt mit der nordkoreanischen Führung aufzunehmen und dabei die "kritische" Auseinandersetzung mit Pjöngjang zu fördern, versuchten die Briten dem Vergnügungspark- Ausflug den richtigen "Spin" zu verpassen. Das britische Außenministerium in London erklärte zudem, ein Austausch mit der nordkoreanischen Führung sei von großer Bedeutung. Großbritannien arbeite mit Nordkorea in Hilfs- , Bildungs- und Kulturprojekten "zum Nutzen der nordkoreanischen Bevölkerung" zusammen.

Kim gibt sich als volksnaher Machthaber

Die Staatsmedien Nordkoreas sind derzeit jedenfalls sichtlich bemüht, das Bild eines sympathischen und volksnahen Machthabers zu vermitteln. So wurde kürzlich ohne viel Getöse vermeldet, dass Kim verheiratet ist (siehe Infobox). Bilder zeigten ihn bei mehreren Anlässen Arm in Arm mit seiner Frau - ein deutlicher Gegensatz zu dem Geheimnis, das um das Privatleben seines im Dezember verstorbenen Vaters Kim Jong Il gemacht wurde.

Das international weitgehend isolierte Land hat unter Kim Jong Un dagegen keine Anstalten gemacht, seine Politik etwa in der Frage seines umstrittenen Atomprogramms oder seine feindselige Haltung gegenüber Südkorea und den USA zu ändern.

AG/red
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