7 Mal Regierungschef
Italiens Ex-Premier Giulio Andreotti 94-jährig gestorben
In den letzten Monaten hatte sich der Gesundheitszustand Andreottis stark verschlechtert. Der gebürtige Römer, der seit 1945 ununterbrochen im italienischen Parlament gesessen und seit 1991 Senator auf Lebenszeit war, hatte sich vor zwei Wochen nicht an der Wahl des Präsidenten beteiligt, die zur Bestätigung von Staatschef Giorgio Napolitano in seinem Amt führte.
Im vergangenen Jahr hatte Andreotti immer wieder wegen seiner Herzbeschwerden ins Krankenhaus gebracht werden müssen. Medienberichten zufolge litt er unter Herzrhythmusstörungen.
Von Mafia-Vorwürfen freigesprochen
Der Christdemokrat war Minister in 33 italienischen Regierungen. Andreotti war immer wieder mit Vorwürfen konfrontiert worden, Kontakte zur Mafia zu pflegen. Unter anderem beschuldigte man ihn, in die Ermordung des Journalisten Mino Pecorelli im Jahr 1979 verwickelt gewesen zu sein. Nach mehrjährigen Prozessen wurde Andreotti jedoch im Jahr 2003 von diesem Verdacht freigesprochen.
Große Betroffenheit unter Politikern
Der Tod des siebenmaligen Premiers löste Betroffenheit unter italienischen Politikern aus. "Wir wussten, dass es ihm schlecht ging, doch wir waren nicht auf seinen Tod vorbereitet. Man ist nie auf den Tod eines Freundes vorbereitet. Mit Andreotti stirbt ein Teil der italienischen Politik. Mit Aldo Moro, Alcide De Gasperi und Amintore Fanfani hat er auf entscheidende Weise zum Wiederaufbau Italiens nach dem Zweiten Weltkrieg beigetragen", meinte Pomicino.
Der römische Bürgermeister Gianni Alemanno sprach den Angehörigen im Namen der Hauptstadt sein Beileid aus. "Andreotti war der repräsentativste Römer in der republikanischen Geschichte Italiens", sagte Alemanno.







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