Rasselnde Säbel
Iran protzt mit Raketentests und Atom-Durchbruch
Man habe erstmals einen aus eigenem Uranerz stammenden Atombrennstab getestet, verlautbarte das Regime via Website der iranischen Atombehörde. Details wurden freilich nicht veröffentlicht, es hieß lediglich, dass der Brennstab in einen Forschungsreaktor in Teheran eingeführt worden sei, um seine Tauglichkeit zu prüfen. Der Reaktor dient offiziell "medizinischen Zwecken".
"Wenn sie das können, können sie auch mehr"
Obwohl im aktuellen Fall von nicht waffenfähigem, 20-prozentigem Uran die Rede ist und der Iran seit jeher beteuert, Atomenergie lediglich für zivile Zwecke einsetzen zu wollen, zeigen sich internationale Beobachter besorgt. Der französische Nuklearexperte Bruno Comby etwa erklärte am Montag im Ö1-"Morgenjournal": "Was uns Sorgen bereitet, ist, dass wenn sie in einer Anlage 20-Prozent-Uran produzieren können, dann kann dieselbe Anlage auch stärker angereichertes Uran produzieren" - was im weiteren Sinne für den Bau einer Atombombe nötig wäre.
"Erfolgreiche" Raketentests
Der Iran hat zudem am Wochenende mit seinen angekündigten Raketentests begonnen. Im Rahmen eines Marinemanövers nahe der Seestraße von Hormus feuerte die Armee zum Auftakt eine Mittelstreckenrakete ab, wie der zuständige Admiral Mahmoud Moussavi bestätigte. Montag früh hieß es dann, dass auch eine Langstreckenrakete erfolgreich getestet wurde.
Teheran hatte bereits am Freitag angekündigt, im Rahmen des seit 24. Dezember stattfindenden Manövers in der Seestraße von Hormus Raketen verschiedener Reichweiten testen zu wollen. Am Samstag war zunächst ein erfolgreicher Test vermeldet, wenig später aber wieder dementiert worden (siehe auch Story in der Infobox).
Verbaler Schlagabtausch als Vorspiel
Dem Test-Szenario bzw. der Meldung über atomaren Fortschritt geht ein verbaler Schlagabtausch mit den USA voraus. Irans Vizepräsident Mohammed Reza Rahimi sagte am Dienstag, im Falle der Verhängung weiterer Sanktionen gegen den Iran im Zusammenhang mit seinem Atomprogramm werde die für Öltransporte immens wichtige Meerenge von Hormus blockiert.
Die USA kündigten an, eine Blockade nicht hinnehmen zu wollen - mehr als ein Drittel des weltweit auf dem Seeweg transportierten Öls muss die Engstelle passieren. Am Samstag unterzeichnete US-Präsident Barack Obama ein Gesetz, das weitere Strafmaßnahmen gegen die iranische Zentralbank und den Finanzsektor vorsieht.







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