"Aus Versehen"

Indischer Copilot löste Sturzflug über 2.000 Meter aus

Ausland
30.11.2010 12:00
Er wollte nur seinen Sitz zurechtrücken und löste damit beinahe eine Flugzeugkatastrophe aus: Weil ein indischer Copilot versehentlich an den Steuerknüppel kam, stürzte das Flugzeug mit 113 Passagieren 2.000 Meter in die Tiefe. Erst in letzter Sekunde konnte der Flugkapitän ein Unglück verhindern, wie aus einem am Montag veröffentlichten Bericht der indischen Luftfahrtbehörde hervorgeht.

Der Copilot sei bei dem Sturzflug derart in Panik geraten, dass er "weder das Flugzeug unter Kontrolle bringen noch die Cockpit-Tür öffnen oder den Anruf der Kabinenbesatzung beantworten" konnte, heißt es in dem Bericht über den Vorfall, der sich bereits im Mai abspielte. Der Kapitän musste mit Hilfe eines Notfallcodes die Cockpit-Tür öffnen und konnte schließlich dem 25-Jährigen den Steuerknüppel entreißen - und damit alle Insassen an Bord der Boeing 737 vor dem Tod retten.

"Aus Versehen" Steuerknüppel bedient
Das Beinahe-Unglück ereignete sich während einer Toilettenpause des 39-jährigen Kapitäns. Sein Copilot habe "aus Versehen" den Steuerknüppel bedient, hieß es in dem Bericht. Er habe angegeben, bei dem anschließenden Sturzflug vor lauter Schreck wie gelähmt gewesen zu sein und nicht mehr gewusst zu haben, was in einer solchen Situation zu tun sei. Im Passagierraum brach angesichts des Sturzflugs Panik aus. Verletzt wurde jedoch niemand.

Das Flugzeug der Gesellschaft Air India Express befand sich in rund 11.000 Meter Flughöhe auf dem Weg von Dubai nach Pune im indischen Bundesstaat Maharashtra, als sich der Vorfall am 26. Mai ereignete.

Erst vier Tage zuvor war am Flughafen der indischen Hafenstadt Mangalore eine Maschine der Air India wegen eines eingeschlafenen Piloten abgestürzt. Dabei kamen 158 Menschen ums Leben.

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