"Concordia"-Havarie

Imageschaden für I: Staat will 37 Mio. Euro Entschädigung

Ausland
17.04.2013 19:33
Nachdem bereits am Montag die Bewohner der Insel Giglio Schadenersatzforderungen gestellt hatten, hat am Mittwoch auch der italienische Staat eine Entschädigung in der Höhe von 37 Millionen Euro im Zusammenhang mit der Havarie des Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" verlangt. Diese Forderung wurde im Zuge der derzeit laufenden Voranhörung von sechs Beschuldigten im Rahmen des Unglücks in der toskanischen Stadt Grosseto bekannt.

Der Staat schätzt die Imageschäden, die Italien durch das "Concordia"-Unglück entstanden, auf zehn Millionen Euro. Das Umweltministerium bezifferte seinerseits die Schäden mit 11,5 Millionen Euro. Weitere Schäden beklagten auch das Innen-, das Verteidigungs-, das Verkehrs- und das Wirtschaftsministerium.

Bereits am Montag hatten die ungefähr 1.000 Bewohner der Insel Giglio, vor der das Kreuzfahrtschiff auf Grund gelaufen ist, mindestens 80 Millionen Euro an Entschädigungszahlungen verlangt. Die Gemeinde Giglio sieht ihre Zukunft als Touristenziel beeinträchtigt.

Richter entscheidet über Zulassung von 300 Privatbeteiligten
Untersuchungsrichter Pietro Molino muss nun über die Zulassung von Privatbeteiligten am Hauptverfahren entscheiden. Über 300 Personen, Gesellschaften und Verbände wollen als Zivilkläger am Prozess teilnehmen, darunter der Betreiber der "Costa Concordia", Costa Crociere.

Außerdem soll im Zuge der Voranhörungen der sechs Beschuldigten - darunter Kapitän Francesco Schettino (links im Bild neben dem Anwalt der Kreuzfahrtgesellschaft, Marco DeLuca), ein Steuermann, ein Costa-Crociere-Krisenmanager sowie drei Offiziere - entschieden werden, ob es tatsächlich zu einem Prozess gegen die sechs Personen kommt. Für die Anhörungen wurden mehrere Termine bis Juli anberaumt.

Schettinos Anwalt: "Kapitän eritt Arbeitsunfall"
Am ersten Tag der Anhörungen hatte der Verteidiger Schettinos, Francesco Pepe, betont, dass der Kapitän "einen Arbeitsunfall erlitten" habe, wofür man ihn "nicht kriminalisieren" dürfe. Laut dem Verteidiger sei die Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere, Betreiber des Kreuzfahrtschiffes, wegen schwerer Sicherheitsmängel an Bord für das Unglück verantwortlich. Costa Crociere versuche jetzt, dem Kapitän die ganze Schuld für die Havarie in die Schuhe zu schieben (siehe Infobox). 

Die "Costa Concordia" hatte am 13. Jänner 2012 mit mehr als 4.200 Menschen an Bord einen Felsen vor der Insel Giglio gerammt und war auf Grund gelaufen. Dabei starben 32 Menschen. An Bord befanden sich 77 Österreicher. Costa Crociere hat seine Mitverantwortung anerkannt, da mehrere Angestellte des Unternehmens als Schuldige des Unglücks gelten. Costa Crociere gehört zum US-Kreuzfahrtriesen Carnival.

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