"Ruby" vor Gericht

“Im ‘Bunga-Bunga-Saal’ gab es keinen Sex”

Ausland
17.05.2013 14:11
Die junge Ex-Nachtklubtänzerin Karima el Marough alias "Ruby Herzensbrecherin", die im Mittelpunkt eines Prozesses gegen den ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi steht, hat am Freitag als Zeugin der Verteidigung vor Gericht ausgesagt. Die 20-jährige Marokkanerin, die in Begleitung ihres Lebensgefährten erschien, schilderte detailliert das erste Treffen mit Berlusconi im Jahr 2010 und ihre Eindrücke von den berüchtigten "Bunga-Bunga-Partys" des Ex-Premiers.

Die junge Marokkanerin, die damals 17 Jahre alt war, berichtete ausführlich über ihre Tätigkeit als Nachtklubtänzerin und über ihre Kontakte zum Showgirl-Manager Lele Mora. Dieser hatte zuvor vor Gericht behauptet, dass er nicht wusste, dass "Ruby" minderjährig war. "Sie behauptete, 24 Jahre alt zu sein", berichtete Mora.

"War überrascht, in der Villa des Premiers zu sein"
Die junge Marokkanerin berichtete detailliert über ihr erstes Treffen mit Berlusconi in seiner Luxusresidenz in Arcore bei Mailand. Zu Berlusconi sei sie vom Starjournalisten Emilio Fede begleitet worden, einem engen Vertrauten des Medienzaren, den sie bei einem Schönheitswettbewerb auf Sizilien kennengelernt habe. Auch Fede muss sich wegen Beihilfe zur Prostitution vor Gericht verantworten. "Ich war sehr überrascht, in der Villa des Premiers zu sein. Es war so komisch", berichtete "Ruby" über ihre erste Begegnung mit Berlusconi in dessen Villa am 14. Februar 2010.

Berlusconi überreichte Kuvert mit mehreren Tausend Euro
Bei dem Abendessen in der Villa des Medienzaren habe sie Berlusconi ausführlich von ihren finanziellen Schwierigkeiten erzählt. Sie habe außerdem berichtet, halbe Brasilianerin und halbe Ägypterin und eine Verwandte des ägyptischen Langzeitherrschers Hosni Mubarak zu sein. Nach dem Abendessen habe sie vom damaligen Premier ein Kuvert mit 2.000 bis 3.000 Euro erhalten. Berlusconi habe sie um ihre Telefonnummer gebeten. Am nächsten Tag habe der Medienzar sie angerufen und sie zu einem weiteren Abend in seiner Residenz eingeladen.

Keine sexuellen Handlungen im "Bunga-Bunga-Saal"
An diesem Abend sei sie in den sogenannten Bunga-Bunga-Saal geführt worden, in dem junge Frauen tanzten, berichtete "Ruby". Einige von ihnen seien verkleidet gewesen, unter anderem als sexy Krankenschwestern und Ordensschwestern. Die jungen Frauen seien zwar mit Berlusconi provokant umgegangen, es sei jedoch zu keinerlei sexuellen Kontakten gekommen, versicherte "Ruby". Nach dem Abend habe sie mit anderen jungen Frauen bei Berlusconi übernachtet. Am Tag danach habe sie von Berlusconi ein Kuvert mit rund 2.000 Euro erhalten. Sie habe ca. sieben Abende in Berlusconis Residenz verbracht, erklärte sie.

Berlusconi ist angeklagt, weil er mit der Marokkanerin Sex gehabt haben soll, als diese noch minderjährig war. Der 76-Jährige soll zudem seine Beziehungen genutzt haben, damit die Polizei sie nach einer Festnahme wegen Diebstahls im Jahr 2010 freilässt. Staatsanwältin Ilda Boccassini hatte am Montag für Berlusconi eine sechsjährige Haftstrafe und den lebenslangen Ausschluss aus allen öffentlichen Ämtern gefordert (siehe Infobox). "Ruby" hatte bisher stets eine sexuelle Beziehung zu Berlusconi bestritten. Sie habe lediglich Geld und Geschenke von ihm angenommen. Mit einem Urteil im Prozess ist am 24. Juni zu rechnen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
17.05.2013 14:11
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung