Ende der Eiszeit
Holbrooke traf Irans Vize-Außenminister
Sie selbst habe zwar keinen direkten Kontakt zur iranischen Delegation bei der Afghanistan-Konferenz gehabt, "aber ich fand den iranischen Redebeitrag vielversprechend", erklärte sie. "Die Fragen der Sicherheit und insbesondere des Drogenhandels sind Themen, die auch uns Sorgen machen, und wir werden Wege für eine Zusammenarbeit suchen." Das Treffen zwischen Holbrooke und Achundsadeh war laut Clinton nicht geplant.
Brief der USA an den Iran
Außerdem haben Vertreter der US-Regierung auf der Konferenz einen Brief an die iranische Delegation übergeben. In diesem wird Teheran um Mithilfe gebeten, das Schicksal dreier US-Staatsbürger aufzuklären. Eine Rückkehr der drei wäre eine Geste der Menschlichkeit und des Verständnisses, heißt es darin. Robert Levinson, ein FBI-Agent im Ruhestand, wurde zuletzt im März 2007 auf der südiranischen Insel Kish gesehen. Er verschwand, während er für seine private Sicherheitsfirma einen Fall von Zigarettenschmuggel untersuchte. Die zweite Person, Roxana Saberi, wurde festgenommen, weil sie nach iranischen Angaben aus dem Land berichtete und nicht mehr als Journalistin akkreditiert war. Die amerikanisch-iranische Doppelstaatsbürgerin Esha Momeni aus Los Angeles schließlich wurde im Oktober wegen eines Verkehrsdeliktes festgenommen. Sie hielt sich in Teheran auf, um ihre Masterarbeit über die iranische Frauenbewegung zu recherchieren.
Große Feindschaft seit 1979
Seit der Islamischen Revolution 1979 und der anschließenden Geiselnahme in der US-Botschaft in Teheran sind die USA und der Iran tief verfeindet und unterhalten keine diplomatischen Beziehungen. Offizielle Kontakte zwischen Teheran und Washington sind extrem selten. Informelle Kontakte zwischen US-amerikanischen und iranischen Politikern gab es seither aber mehrfach, so kamen die früheren Außenminister Condoleezza Rice und Colin Powell informell mit ihren iranischen Kollegen zusammen. Auch fanden ab Mai 2007 mehrere Runden von Gesprächen über die Sicherheitslage im Irak auf Botschafterebene statt, wobei Washington Teheran vorwirft, Aufständische im Nachbarland zu unterstützen. Das Verhältnis war in jüngeren Jahren nicht zuletzt auch durch den Streit um das iranische Atomprogramm äußerst gespannt.
Noch 2002 Teil der "Achse des Bösen"
Der Anfang des Jahres aus dem Amt geschiedene US-Präsident George W. Bush bezeichnete den Iran 2002 als Teil der "Achse des Bösen". Den Irak-Krieg 2003 lehnte der Iran ab. Die neue Regierung von US-Präsident Barack Obama will auf Teheran zugehen, um die Regionalmacht stärker einzubinden, nicht zuletzt bei der Stabilisierung Afghanistans. Das Treffen Holbrookes mit Achundsadeh war somit die erste Begegnung ranghoher Diplomaten, seit Obama Teheran eine Zusammenarbeit angeboten hat.
Russland begrüßt Kontakte
Russland begrüßte das Treffen in Den Haag als "Schritt in die richtige Richtung". Die Zusammenkunft sei eine "positive Nachricht", sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Moskau nach Angaben der Agentur Interfax. Russland hatte stets betont, dass in der Frage des umstrittenen iranischen Atomprogramms für Moskau nur eine diplomatische Lösung infrage komme.







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