5 Millionen Dollar

Hohes US-Kopfgeld auf ugandischen Rebellenchef Kony

Ausland
04.04.2013 09:37
Die USA haben auf den berüchtigten ugandischen Rebellenführer Joseph Kony ein Kopfgeld in Höhe von fünf Millionen Dollar (3,9 Millionen Euro) ausgesetzt. Damit soll die Suche nach dem mutmaßlichen Kriegsverbrecher und Befehlshaber einer Rebellenarmee, die laut UNO auch Kindersoldaten einsetzt, beschleunigt werden. Kony war im Vorjahr durch ein mehr als 100 Millionen Mal angeklicktes YouTube-Video, das zur Jagd auf den "Kinderschlächter" aufrief, zu weltweiter Bekanntheit gelangt.

Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag sucht Kony wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Dem 51-Jährigen wird unter anderem Mord, Vergewaltigung und Zwangsrekrutierung von Kindersoldaten vorgeworfen. Konys Rebellentruppe Lord's Resistance Army (LRA) sei "eine der grausamsten bewaffneten Gruppen der Welt", sagte der für Kriegsverbrechen zuständige Botschafter im US-Außenministerium, Stephen Rapp, bei der Bekanntgabe des Kopfgeldes am Mittwoch in Washington.

Die LRA wurde Ende der 80er-Jahre gegründet. Kony und seine Mitstreiter wollten ursprünglich für die Interessen der im Norden Ugandas ansässigen Volksgruppe der Acholi kämpfen. Heute gilt die LRA als eine der brutalsten Rebellengruppen der Welt und ist vor allem im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo, im Südsudan und in Zentralafrika aktiv. Nach Angaben der UNO wurden durch die Gewalt der LRA etwa 450.000 Menschen vertrieben. Im Herbst 2011 hatte US-Präsident Barack Obama 100 US-Elitesoldaten nach Afrika geschickt, um das ugandische Militär beim Kampf gegen die Gruppe zu unterstützen.

YouTube-"Star" wider Willen
Das weltweite Interesse an der Jagd auf Kony wurde im vergangenen Jahr durch ein millionenfach angeklicktes Internetvideo der US-Kinderhilfsorganisation "Invisible Children" entfacht (siehe Infobox). Unter dem Titel "Kony 2012" riefen die Macher dazu auf, den Rebellenführer zu fassen. Innerhalb von fünf Tagen verzeichnete der Clip auf den Portalen YouTube und Vimeo mehr als 70 Millionen Zugriffe. "Invisible Children" wurde jedoch bald vorgeworfen, eine vereinfachende und veraltete Sicht auf die LRA zu vertreten.

Wo sich Kony derzeit aufhält, ist ungewiss. Viele Experten vermuten ihn in Ugandas westlichem Nachbarland, der Demokratischen Republik Kongo, wo sich Kony aufgrund der Größe des Landes und der politischen Situation unter Präsident Joseph Kabila einigermaßen sicher fühlen dürfte. Die USA haben nicht nur auf Kony ein Kopfgeld ausgesetzt, sondern auch eine Belohnung für Hinweise in Aussicht gestellt, die zur Ergreifung seiner drei Vertrauten Okot Odhiambo, Dominic Ongwen und Sylvestre Mudacumura führen könnten.

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