Wie deutsche Medien berichten, gab der dritte Strafsenat des Oberlandesgerichts Karlsruhe der Haftbeschwerde des vor dem Landgericht Mannheim angeklagten Meteorologen statt. Es bestehe "im derzeitigen Stadium des Verfahrens kein dringender Tatverdacht mehr".
Für das Gericht liegt angesichts eines "bestreitenden Angeklagten" und der Nebenklägerin als einziger Belastungszeugin die Fallkonstellation der "Aussage gegen Aussage" vor. Bei dem mutmaßlichen Opfer könnten "Bestrafungs- und Falschbelastungs- Motive" nicht ausgeschlossen werden, hieß es vom Gericht.
Um 13.34 Uhr spazierte Kachelmann frisch rasiert schließlich in die Freiheit (siehe Foto). Er habe das Blitzlichtgewitter vor der JVA über sich ergehen lassen, ein Lächeln angedeutet und sei im Range Rover seines Anwalts davongefahren, berichten deutsche Medien.
Die Staatsanwaltschaft hatte Mitte Mai Anklage gegen Kachelmann erhoben. Ab 6. September muss sich der gebürtige Schweizer wegen schwerer Vergewaltigung in Tateinheit mit schwerer Körperverletzung vor Gericht verantworten. Laut Anklage soll er seine langjährige Freundin in der Nacht auf den 9. Februar 2010 bei einem Streit in ihrer Wohnung mit einem Messer bedroht und vergewaltigt haben, weil sie sich von ihm trennen wollte.
Der 52- Jährige bestreitet die Tat. Kachelmanns Anwalt spricht von einer Falschbeschuldigung durch die langjährige Freundin. Die 37- Jährige hätte ihn aus Rache angezeigt. Kachelmann war im März auf dem Rückweg von den Olympischen Spielen in Vancouver auf dem Frankfurter Flughafen verhaftet worden.
Der Prozess ist auf 15 Verhandlungstage anberaumt. Im Fall einer Verurteilung droht Kachelmann eine Haftstrafe zwischen fünf und 15 Jahren.