Der griechische Finanzminister, der seine Amtsgeschäfte am Morgen aufgenommen hatte, griff damit auf eine Formulierung des deutschen Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank, Jörg Asmussen, zurück, der Anfang der Woche unter Hinweis auf das dreimonatige Ruhen der Regierungsgeschäfte in Athen ebenfalls von einem "Entgleisen" des Reformprozesses gesprochen hatte. "Schwierige Jahre liegen vor uns", sagte Stournaras. "Ich sehe Licht am Ende des Tunnels, aber wir brauchen Geduld."
Die Griechen sind bis zum 20. August laut einem Bericht der Tageszeitung "Ethnos" auf die Auszahlung einer weiteren Tranche in Höhe von 31,5 Milliarden Euro aus dem internationalen Hilfspaket im Umfang von 130 Milliarden Euro angewiesen. Mit den internationalen Geldgebern will die neue Regierung unter Ministerpräsident Antonis Samaras die Konditionen des Rettungsplans neu verhandeln. "Wir haben entschieden, weitere Härten unbedingt zu vermeiden, weil die Griechen nicht noch mehr ertragen können", sagte Regierungssprecher Simos Kedikoglou dem Radiosender Real FM.
Nach den bisher geltenden Vereinbarungen soll die griechische Regierung weitere Haushaltskürzungen von 11,5 Milliarden Euro beschließen und innerhalb dieses Jahres 15.000 Stellen von Staatsbediensteten streichen. Gerade hier soll es in der Vergangenheit aber massive Versäumnisse gegeben haben (siehe Infobox).
In Griechenland hatte es Mitte Juni eine Neuwahl des Parlaments gegeben, nachdem die vorherigen Neuwahlen keine Regierungsmehrheit gebracht hatten.