"Griechen- Austritt wäre Selbstmord der Euro- Zone"

26.07.2012, 21:52
"Griechen-Austritt wäre Selbstmord der Euro-Zone" (Bild: AP)
Foto: AP
Der griechische Sozialisten- Chef Evangelos Venizelos hat eindringlich vor einem Rauswurf seines Landes aus dem europäischen Währungsraum gewarnt. "Es wird der Selbstmord der Euro- Zone werden", fand Venizelos am Donnerstagabend in Athen harte Worte zu einem möglichen "Grexit". EU- Kommissionspräsident José Manuel Barroso sicherte indessen Griechenland bei seinem Besuch in Athen den Beistand der EU zu.

"Unsere Partner müssen uns helfen, indem sie die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen in Griechenland verstehen", sagte Venizelos, dessen Partei der Regierung in Athen angehört. Wer glaube, Griechenland müsse geopfert werden, der irre sich, so der Sozialisten- Chef in Anspielung auf jüngste Aufforderungen vor allem deutscher Politiker, Griechenland solle die Euro- Zone verlassen. Ein möglicher Austritt Griechenlands hätte nach Ansicht Venizelos ein Ende des gemeinsamen Währungsraums zur Folge.

EU- Kommission will Griechen Treue halten

Die EU- Kommission will jedenfalls nach den Worten von Kommissionspräsident José Manuel Barroso Griechenland die Treue halten. Barroso sagte Ministerpräsident Antonis Samaras bei seinem ersten Besuch in Athen seit drei Jahren Beistand zu. "Die Griechen sind nicht allein", betonte er. Der Verbleib in der Euro- Zone sei für das Land am besten, um weitere Härten zu vermeiden. Zugleich bekräftigte Barroso, es sei richtig, von Griechenland Reformen zu verlangen. Die wichtigste Aufgabe sei die Umsetzung.

Troika prüft weitere Milliarden- Freigabe

Im Zentrum des Gespräches mit Regierungschef Samaras dürfte die Frage gestanden haben, ob die europäischen Partner Griechenland entgegenkommen, um die zugesagten Spar- und Reformziele strecken zu können. Klar ist, dass das Land auch wegen der zwei Wahlen in den vergangenen Monaten hinterherhinkt. Die Troika aus EU, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank untersucht, ob sie dennoch die Freigabe von gut 30 Milliarden Euro empfehlen kann. Der IWF geht nach eigenem Bekunden aus, dass die Gespräche mit der griechischen Regierung bis in den September dauern. Am Freitag wollen sich die Kontrolleure der Troika mit Samaras treffen.

Ringen um neue geplante Einsparungen

Um eine Staatspleite und das Ausscheiden aus der Euro- Zone zu verhindern, ringt Athen derzeit um neue Milliardenkürzungen. Griechischen Medienberichten zufolge sind in den kommenden zwei Jahren Einsparungen von weiteren 11,7 Milliarden Euro vorgesehen. Die geplanten Kürzungen sind für Samaras ein schwieriger Schritt: Er gewann die Parlamentswahl mit dem Versprechen, die Bedingungen für das internationale Rettungspaket neu auszuhandeln. Bei den Reformen trifft die Regierung jedoch auf Widerstand in den eigenen Reihen sowie bei Gewerkschaften und in der Opposition. Die Gespräche innerhalb der Koalition werden laut Venizelos am Montag fortgesetzt.

AG/red
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