Ob es bald einen Nord- und Süd- Euro oder einen Kern- und Peripherie- Euro gibt, hänge davon ab, "ob wir es schaffen, soviel Vertrauen in die Märkte zu pumpen, dass wir eine reale Chance haben, unsere Peripherieländer zu stabilisieren".
Diese Stabilisierung nütze auch der deutschen Wirtschaft. "Die Konsolidierung von Griechenland, Portugal, Spanien oder Italien geht voll in die Exportleistung von uns hinein." Das reiche von "Leopard- Panzern für die Griechen und U- Boote bis hin zum Anlagenbau für italienische Unternehmen oder Autos", erklärte der Wirtschaftsforscher gegenüber der deutschen Nachrichtenagentur dpa.
Das Absacken des Euros habe die Exportchancen nur scheinbar verbessert. "Die Frage ist aber, ob die Unternehmen so bereitwillig investieren, wenn sie nicht wissen, wie die Währungsstruktur in nächster Zeit sein wird", so Blum. "Lieber ein etwas höherer Kurs, aber der stabil, als ein ungewisser Kurs."
Am Freitag hatte der deutsche Bundestag mit der Mehrheit der Koalitionsfraktionen dem Euro- Schutzschirm im Umfang von bis zu 750 Milliarden Euro zugestimmt. Deutschland leistet unter den Euro- Ländern den größten Beitrag zum Hilfspaket. Der Rettungsschirm stellt die größte Hilfsaktion in der Geschichte des gemeinsamen Währungsraums dar. Der deutsche Anteil an den Kreditgarantien für Euro- Länder, die von der Zahlungsunfähigkeit bedroht sind, könnte bis zu 148 Milliarden Euro erreichen. Österreich muss für bis zu 15 Milliarden geradestehen.