Land steht still

Generalstreik in Griechenland gegen Lohnkürzungen

Ausland
20.02.2013 16:21
In Griechenland hat ein Generalstreik am Mittwoch das öffentliche Leben nahezu zum Stillstand gebracht. Fähren blieben in den Häfen, staatliche Schulen geschlossen, in Krankenhäusern wurde nur ein Notdienst aufrechterhalten. Die beiden größten griechischen Gewerkschaften protestierten mit dem 24 Stunden dauernden Ausstand gegen Lohnkürzungen und hohe Steuern.

Mit den teils drastischen Einschnitten kämpft die Regierung in Athen gegen eine weiterhin drohende Pleite des finanziell stark angeschlagenen Landes. Das stößt der Bevölkerung sauer auf. "Unser Kampf wird weitergehen, solange an dieser Politik festgehalten wird", kündigte die Gewerkschaft GSEE an. Sie vertritt gemeinsam mit der Gewerkschaft für den öffentlichen Dienst 2,5 Millionen Arbeiter und Angestellte.

Die Regierung hatte gegenüber den Gewerkschaften zuletzt einen harten Kurs eingeschlagen. Allein in diesem Jahr wurden zweimal Seeleute und U-Bahn-Beschäftigte per Notverordnung zurück an die Arbeitsplätze geschickt. Durch deren wochenlange Streiks war es zu Nahrungsengpässen auf Inseln und einer Lähmung des öffentlichen Nahverkehrs in der Hauptstadt Athen gekommen. Am Montag hatte die Regierung der Protestbewegung allerdings nachgegeben und ihren Plan zurückgezogen, fast 1.900 Beamte zu kündigen.

Griechenland wird seit 2009 immer wieder von Generalstreiks lahmgelegt (siehe Infobox). "Wir sind am Boden", sagte Nikos Papageorgiou, ein 56-jähriger Beamter. "Das Land wurde zerstört, die Jugend zerstört. Ich bin wütend auf die Europäer und auch auf unsere Politiker. Sie gehören alle ins Gefängnis."

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