Papst macht ernst
Franziskus gibt Startschuss für Vatikan-‘Revolution’
Mit der nun erfolgten Gründung des Direktoriums aus acht Kardinälen aus den fünf Kontinenten will der argentinische Papst auch die Globalisierung der Kirche verstärkt zum Ausdruck bringen. Als aktiver Unterstützer des Papstes für eine Reform der Kurie gilt auch Kardinal Christoph Schönborn. Er ist ein Kritiker der Zustände im skandalgeschüttelten Vatikan - und war laut Medienberichten zunächst auch als möglicher Kandidat für das Kardinalsdirektortium gehandelt worden.
Papst nimmt sich Jesuitenorden als Beispiel
Mit dem Direktorium nimmt sich der Papst seinen Jesuitenorden als Beispiel. Dieser Orden steht unter der Leitung eines Generals, der mit zehn Assistenten aus verschiedenen Ländern und Sprachgruppen arbeitet. Mit der Einrichtung des Kardinalsdirektoriums wolle der Papst ein Signal geben, nachdem bei den Generalkongregationen vor dem Konklave Ratschläge zur Reform der Kurie formuliert worden waren, berichtete Vatikansprecher Lombardi.
Die acht Kardinäle werden eine beratende Funktion haben und keine Beschlüsse ergreifen, so Lombardi. Er bestritt, dass mit der Ernennung des Kardinalkollegiums die Kurie eine zweitrangigere Rolle bei der Regierung der Weltkirche spielen werde. "Die Kurie bleibt und setzt ihre Arbeit fort", versicherte er.
Erstes Treffen Anfang Oktober
Das Kollegium - neben dem Koordinator Oscar Andres Rodriguez Maradiaga (Honduras) nehmen der US-Kardinal Sean Patrick O'Malley, der italienische Kardinal Giuseppe Bertello, der emeritierte Bischof Francisco Javier Erraruriz Ossa (Chile), Bombays Erzbischof Oswald Gracias, der Münchner Erzbischof Reinhard Marx, der Erzbischof von Kinshasa, Laurent Monsengwo Pasinya, und der Erzbischof von Sydney, Georg Pell, daran teil - wird zum ersten Mal Anfang Oktober zusammenkommen. Es sei allerdings laut Lombardi noch nicht beschlossen, ob regelmäßig Treffen des Direktoriums stattfinden werden.







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