Bleibt im Gästehaus

Franziskus: “Wer sich selbst mag, will nicht Papst werden”

Ausland
07.06.2013 14:39
Papst Franziskus hat am Freitag erstmals zugegeben, dass er nicht zum Pontifex gewählt werden wollte. Auf die entsprechende Frage eines Schülers einer Jesuitenschule antwortete Jorge Mario Bergoglio entschieden: "Eine Person, die sich selbst mag, will nicht Papst werden. Ich wollte nicht Papst werden."

Bergoglio, der am 13. März zum Papst gewählt worden war, sprach auch über seinen Beschluss, mit anderen Geistlichen im Gästehaus Santa Marta zu leben, statt in den Apostolischen Palast zu ziehen. "Es ist nicht nur die Tatsache, keinen Reichtum zu wollen, es geht auch um psychologische Gründe. Ich muss unter den Leuten leben. Wenn ich isoliert leben würde, wäre das nicht gut für mich", erklärte der Pontifex.

Schulbildung sei mehr als Wissensvermittlung, sie müsse den ganzen Menschen formen, sagte der Papst bei seinem Treffen mit den etwa 8.000 Schülern aus Italien und Albanien. "Ich habe einen Text für euch vorbereitet, aber das sind fünf Seiten - etwas langweilig", eröffnete der Papst seine Ansprache. Aber statt die fünf Seiten vorzulesen, trug er seine Gedanken frei vor und stellte sich den Fragen der Schüler.

Plädoyer für neue Erziehungsformen
Der Papst ermutigte gleichzeitig Pädagogen, neue Formen der Erziehung zu finden, die an die Notwendigkeiten von Ort, Zeit und Menschen angepasst seien.

Die Schule sei der Ort des Reifens, um zu erwachsenen Frauen und Männern zu werden. Dabei ginge es aber nicht nur um Intelligenz, sondern auch darum, leben zu lernen. In der Schule müsse das Menschsein gefördert werden. Gerade Jesuitenschulen seien ein Ort für die menschlichen Tugenden Treue, Respekt, Glauben und Einsatz, so der Heilige Vater.

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