Am Mars gestrandet

Festgefahrener NASA-Rover wird Forschungsstation

Wissen
27.01.2010 10:49
Der kleine Marsrover "Spirit", der seit sechs Jahren den Roten Planeten erkundet, wird nicht mehr rollen. Die NASA hat ihre Bemühungen eingestellt, den seit zehn Monaten im Sand steckenden Roboter zu befreien. Er soll nun zu einer stationären Forschungsplattform werden, wie die Raumfahrtbehörde am Dienstag mitteilte.

"Spirit ist nicht tot, er hat nur eine neue Phase seines langen Lebens begonnen", sagte Doug McCuistion, Direktor des Mars-Forschungsprogramms im NASA-Hauptquartier in Washington. "Wir haben der Welt im vergangenen Jahr gesagt, dass unsere Versuche, unseren geliebten Roboter zu befreien, vielleicht nicht erfolgreich sein werden. Es sieht so aus, als würde Spirits derzeitiger Ort auf dem Mars sein letzter Ruheplatz."

Im März 2004 am Mars gelandet
Der Rover und sein Zwillingsbruder "Opportunity" waren im Jänner 2004 auf dem Mars gelandet. Ursprünglich war die NASA nur von einer Lebensdauer von 90 Tagen ausgegangen, aber die beiden Rover übertrafen alle Erwartungen: Sie liefen und liefen und liefen. "Opportunity" rollt immer noch, aber "Spirits" Räder brachen im Frühjahr vergangenen Jahres durch die krustige Marsoberfläche und blieben im weichen Sand darunter stecken. Die NASA hatte dann in monatelanger Arbeit ein Programm entworfen, um den Roboter Millimeter um Millimeter, Zentimeter um Zentimeter aus seiner Sandfalle zu befreien.

Kommunikation erschwert
Nachdem dies gescheitert ist, will die Raumfahrtbehörde sich jetzt darauf konzentrieren, "Spirit" durch den bevorstehenden Mars-Winter zu bringen. Er hat sich leicht seitwärts geneigt festgefahren und kann der NASA zufolge in dieser Position mit seinen Solarpaneelen wahrscheinlich nicht genügend Sonne auffangen, um während des Winters mit der Erde zu kommunizieren.

Jetzt will die NASA versuchen, den Neigungswinkel zumindest um ein paar Grad zu verbessern. Als Forschungsstation kann "Spirit" unter anderem mit Hilfe seines Roboterarms den Boden in seiner Nähe intensiv erkunden. Er hat damit der NASA zufolge bereits begonnen.

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