Frauen zu liberal

“Feministische” Nonnen: Papst zeigt erstmals Härte

Ausland
16.04.2013 11:50
Papst Franziskus unterstützt einen kritischen Bericht über die Arbeit von Ordensschwestern in den USA aus der Zeit seines Vorgängers Benedikt XVI. Die Nonnen liegen im Streit mit der Kirchenleitung, die ihnen vorwirft, "radikal-feministische Thesen" etwa in Fragen der Empfängnisverhütung, der Abtreibung und der Homosexualität zu vertreten.

Die Leadership Conference of Women Religious (LCWR) mit etwa 1.500 Ordensoberen Mitgliedern ist die größte Vertretung von Nonnen in den USA. Für den Geschmack der Kirchenführung ist die LCWR zu liberal - und offenbar auch für den neuen Papst. Hoffnungen von Teilen der Katholiken, er könne den streng konservativen Kurs der Kirche ändern, erhalten damit einen Dämpfer.

Bei einem Treffen mit Spitzenvertreterinnen der US-Nonnen sagte der Präsident der vatikanischen Glaubenskongregation, der deutsche Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, Franziskus habe ihm bestätigt, hinter dem Bericht und dem darin vorgesehenen "Reformprogramm" für die Orden zu stehen. Weiters forderte er laut einer Mitteilung die "Zusammenarbeit mit der Bischofskonferenz und mit jedem Bischof" in den USA.

Den kritischen Bericht über die Arbeit der Ordensschwestern, der Gehorsam gegenüber dem Vatikan einfordert, hatte der Ende Februar zurückgetretene Benedikt XVI. Mitte Jänner 2011 abgesegnet. Die Nonnen erlebten daraufhin eine Welle der Solidarität hinsichtlich ihrer Positionen, doch der Vatikan blieb eisern.

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