"Nur Mut für Olivier Falorni, der sich als würdig erwiesen hat, der seit so vielen Jahren selbstlos an der Seite der Bürger von La Rochelle kämpft", schrieb Trierweiler.
Hollande hatte sich wenige Stunden zuvor in dem Zweikampf auf die Seite Royals gestellt. Sie sei die "einzige Kandidatin", die in dem Wahlkreis seine Unterstützung habe, schrieb der Präsident auf dem offiziellen Wahlwerbezettel der Mutter seiner vier Kinder. Falorni hatten die Sozialisten ausgeschlossen, da er seine Kandidatur nicht zugunsten von Royal zurückziehen wollte.
Royal, die eigentlich Parlamentspräsidentin werden will, muss um ihren Sitz in La Rochelle bangen. Die erste Runde gewann die 58- Jährige mit nur drei Prozentpunkten Vorsprung vor Falorni. Örtliche Vertreter der konservativen UMP, deren Kandidatin ausschied, stellten sich bereits hinter den früheren Sozialisten. Falorni wirft Royal vor, sie nutze La Rochelle bloß als Sprungbrett, während er dort seit Jahren präsent sei.
Am Mittwoch kritisierten mehrere prominente Sozialisten das Verhalten Trierweilers. Die 47- Jährige sei "aus der Rolle gefallen", sagte etwa Hollandes innenpolitischer Berater im Wahlkampf, Francois Rebsamen, im Radiosender France Info. "Sie muss die Zurückhaltung lernen, die sie als Lebensgefährtin des Präsidenten braucht." Der sozialistische Abgeordnete Claude Bartolone sprach von einem "Fehler" Trierweilers: "Alles, was uns vom Wahlkampf wegbringt, dient nur der Wahlenthaltung und der Opposition." Und Premier Jean- Marc Ayrault machte klar, dass der Präsident und er im Wahlkampf weiter Royal unterstützen.
Das Verhältnis der First Lady zur früheren Partnerin von Hollande, mit der der Präsident vier Kinder hat, gilt als völlig zerrüttet. Die Zeitung "Le Republicain Lorrain" bezeichnete Hollande am Mittwoch bereits als "Sandwich- Präsidenten", der wie die Beilage zwischen zwei Brotscheiben zwischen zwei starken Frauen zerdrückt werde.