Jubel in Kolumbien

FARC-Rebellen lassen Geisel nach zwölf Jahren frei

Ausland
31.03.2010 13:18
Nach mehr als zwölf Jahren in der Gewalt der FARC-Rebellen ist in Kolumbien der Unteroffizier Pablo Emilio Moncayo (rechts im Bild mit seinem Vater) freigelassen worden. Er wurde einer humanitären Mission an einem geheim gehaltenen Ort im von Urwäldern bedeckten Süden des Landes übergeben. Moncayo, der bei seiner Entführung erst 19 Jahre alt war, machte trotz der extrem langen Geiselhaft einen äußerlich gesunden Eindruck.

Überglücklich wurde der nunmehr 31-Jährige auf dem Flugplatz der Stadt Florencia etwa 500 Kilometer südlich von der Hauptstadt Bogota von seinen Familienangehörigen in die Arme geschlossen.

Vermittlung durch oppositionelle Senatorin
Am Sonntag hatte die marxistische Rebellengruppe "Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) bereits den vor knapp einem Jahr entführten Soldaten Josué Calvo dem Internationalen Komitee von Roten Kreuz übergeben. Weitere Freilassungen ohne Gegenleistung des Staates werde es vorerst aber nicht mehr geben, sagte die oppositionelle Senatorin Piedad Córdoba. Sie hatte die beiden Freilassungen durch ihre Vermittlungen ermöglicht.

Gefangenenaustausch immer wieder gescheitert
Die FARC wollen die nun noch 21 von ihnen festgehaltenen Polizisten und Militärs gegen etwa 500 inhaftierte Rebellen eintauschen. Dieses Vorhaben scheitert aber seit Jahren an Vorbedingungen der Rebellen und des konservativen Präsidenten Alvaro Uribe, die die jeweilige Gegenseite nicht akzeptieren will.

Moncayos Vater als "Wanderer für den Frieden"
Moncayos Fall war nicht nur wegen der ungewöhnlich langen Geiselhaft weltweit bekannt geworden. Auch sein Vater Gustavo erregte als "Wanderer für den Frieden" internationales Aufsehen. Er legte in den vergangenen Jahren Tausende Kilometer zu Fuß zurück, um für die Freilassung seines Sohnes zu demonstrieren, stritt sich öffentlich mit Uribe und wurde vom Papst sowie Politikern in Europa empfangen. Er warf Uribe auch wiederholt vor, nur auf Gewalt gesetzt und einen Austausch der Geiseln gegen inhaftierte Rebellen immer wieder torpediert zu haben.

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