Drogerie Schlecker
Experte: Insolvenz dient Kündigung teurer Tarifverträge
Der Insolvenzverwalter kann dem Bericht zufolge helfen, im Planverfahren das Unternehmen von allen langfristigen Verträgen durch Sonderkündigungsrechte zu entlasten. Dazu gehörten neben Miet-, Pacht-, Leasing- und Lieferverträgen insbesondere auch die Arbeits- und Tarifverträge. "Gerade hier liegen die Vorteile gegenüber einer außergerichtlichen Unternehmenssanierung", wird Klöker zitiert. Schlecker wäre sonst bis Juni an einen Beschäftigungssicherungs-Tarifvertrag gebunden gewesen, der Entlassungen unmöglich mache.
Schlecker möchte einen großen Teil der Jobs erhalten
Deutschlands größte Drogeriekette hatte am Freitag angekündigt, wegen Zahlungsunfähigkeit in Planinsolvenz zu gehen (siehe Infobox). Das entspricht in etwa dem in Österreich 2010 eingeführten Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung. Schlecker will einen "großen Teil" des Filialnetzes "und damit auch der Arbeitsplätze" erhalten, wie die Kette versichert hatte. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt rund 47.000 Personen, davon über 30.000 in Deutschland und rund 3.000 in Österreich. Hierzulande unterhält das Unternehmen 970 Filialen. Experten zufolge könnte eine Insolvenz in Deutschland auch die Österreich-Tochter mit in den Abgrund reißen.
Ungedeckte Rechnungen sollen Insolvenz ausgelöst haben
Der Zeitpunkt der Insolvenz hat laut "Spiegel" wohl auch mit ungedeckten Rechnungen zu tun. Wie andere Handelsunternehmen wickle Schlecker seine Zahlungen über das Verrechnungskontor Markant ab, das als eine Art Zwischenhändler zwischen Hersteller und Handel fungiert. Von Schlecker sollen dort zu viele unbezahlte Rechnungen aufgelaufen sein, am Freitag soll eine letzte Zahlungsfrist abgelaufen sein. Es habe dramatische Telefonate mit der Bitte um Zahlungsaufschub gegeben. Anscheinend hatten die Finanzleute bei Schlecker mit mehr Kulanz gerechnet.
Wettbewerber von Insolvenz nicht überrascht
Wettbewerber zeigten sich indes wenig überrascht von der Schlecker-Insolvenz. Andere Drogerieketten hätten sich frühzeitig modernisiert. "Alle hatten einfach immer die besseren Konzepte, waren schöner, größer, haben die Mitarbeiter hinter sich gehabt", sagte Dirk Roßmann, Gründer der gleichnamigen Kette, dem "Spiegel".







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