Ex- US- General Schwarzkopf 78- jährig gestorben

28.12.2012, 14:47
Ex-US-General Schwarzkopf 78-jährig gestorben (Bild: AP)
Foto: AP
Der frühere US- General Norman Schwarzkopf ist tot. Schwarzkopf, der 1991 unter dem damaligen US- Präsidenten George Bush senior die Koalitionstruppen im zweiten Golfkrieg gegen den Irak anführte, ist im Alter von 78 Jahren in Tampa in Südflorida gestorben.

Schwarzkopf sei am Donnerstag nach monatelanger Krankheit verstorben, sagte ein US- Regierungsvertreter. Der ehemalige Oberkommandant des Zentralkommandos der US- Streitkräfte und hochdekorierte Vietnam- Veteran hatte seit Antritt seines Ruhestands in Tampa gelebt.

Präsident Obama: "Amerika verliert ein Original"

In einer ersten Reaktion würdigte Bush senior den Vier- Sterne- General als "einen der größten Militärchefs seiner Generation". Er und seine Frau Barbara trauerten über den Verlust eines "teuren Freundes", erklärte der 88- jährige Ex- Präsident, der derzeit wegen einer hartnäckigen Bronchitis im Spital auf der Intensivstation liegt.

Der aktuelle Präsident Barack Obama lobte Schwarzkopf für seinen "patriotischen Dienst", der die USA sicherer gemacht habe. Das Weiße Haus erklärte, Amerika verliere ein "Original".

Verteidigungsminister Leon Panetta sprach von "einem der großen Militär- Riesen des 20. Jahrhunderts". Schwarzkopf habe dem US- Militär in seinen 35 Dienstjahren seinen "unauslöschlichen Stempel" aufgedrückt. Colin Powell, US- Generalstabschef während der "Operation Wüstensturm" und späterer Außenminister, nannte Schwarzkopf "einen großen Patrioten und einen großen Soldaten".

"Stormin' Norman" als Medienstar

Der in der Öffentlichkeit unter dem Namen "Stormin' Norman" bekannt gewesene General hatte 1991 erfolgreich die "Operation Wüstensturm" gegen die Besetzung Kuwaits durch die Armee des irakischen Präsidenten Saddam Hussein geleitet. Dabei wurde der 1,95 Meter große Hüne zum Medienstar.

In einem Interview sprach er sich nach dem Sieg über den Irak dafür aus, die Streitkräfte des Landes zu zerstören, während der damalige Präsident Bush den Krieg beendete. Als dessen Sohn, der spätere Präsident George W. Bush, über eine Invasion des Irak nachdachte, erklärte Schwarzkopf, er sehe keine ausreichenden Beweise für das Vorhandensein von Massenvernichtungswaffen. Dem damaligen Verteidigungsminister Donald Rumsfeld warf er dann vor, bei Pressekonferenzen während des Krieges "fast so zu wirken, als habe er Spaß daran".

Schwarzkopf war weder "Falke" noch "Taube"

In das gängige Schema der "Falken" und "Tauben" wollte sich der Vier- Sterne- General nie einordnen lassen. Er beschrieb sich lieber als Eule, dem Symbol der Weisheit: "Weise genug um zu verstehen, dass alles Erdenkliche unternommen werden muss, um einen Krieg zu vermeiden. Aber auch wild genug, um alles Notwendige für einen schnellstmöglichen Sieg zu tun, wenn es zu einem Krieg kommt."

AG/red
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