Fortschritt gefeiert
Erstmals iranische Brennstäbe in Reaktor eingesetzt
Zusammen mit weiteren Besuchern in weißen Schutzanzügen beobachteten Ahmadinejad, Außenminister Ali Akbar Salehi und der Chef der iranischen Atomenergieorganisation, Fereydoun Abbasi Davani, wie ein mit Metall ummantelter Brennstab, der dem Bericht zufolge im Iran produziert wurde, in das Reaktorbecken eingesetzt wurde.
Neue Zentrifugen zur Urananreicherung
Zudem wurden Medienberichten zufolge in der Atomanlage in Natanz neue, im Iran hergestellte Zentrifugen in Betrieb genommen (Bild 3,4 und 5). Am Mittwoch sei die erste Einheit dieser Zentrifugen zur Urananreicherung aktiviert worden, sagte Abbasi Davani in einer Rede, die vom Staatsfernsehen übertragen wurde. Sie seien "dreimal so leistungsfähig" wie die Zentrifugen der ersten Generation. Ihre Inbetriebnahme sei eine "starke und dokumentierte Antwort" auf die "Sabotage" der westlichen Länder.
Zu einer weiteren Nuklearanlage in Fordo rund 160 Kilometer südlich von Teheran machte der TV-Beitrag jedoch keine Angaben – zuvor hatten viele erwartet, dass Ahmadinejad auch die Eröffnung dieser Anlage verkünden werde.
Ahmadinejad will vier neue Reaktoren bauen lassen
Allerdings kündigte Ahmadinejad später in einer Rede den Bau von vier neuen Forschungsreaktoren an. In den Meilern sollten Radioisotope zur Behandlung von Krebspatienten produziert werden, sagte er. Dies entspreche "den Bedürfnissen des Landes".
Der Iran verfügt bereits über einen Fünf-Megawatt-Forschungsreaktor, den die USA vor der islamischen Revolution 1979 in Teheran gebaut hatten. Das Land baut zudem einen zweiten Forschungsreaktor in Arak, mit dem nach offiziellen Angaben zu medizinischen Zwecken Plutonium produziert werden soll.
Der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton ließ der Iran indessen am Mittwoch einen Brief zukommen, in dem Teheran seine Bereitschaft zur Wiederaufnahme der Gespräche über sein umstrittenes Atomprogramm erklärt. Man wolle die neuen Gespräche in "konstruktiver Weise" führen, wird in dem Schreiben einem Bericht des arabischsprachigen iranischen Senders "Al-Alam" ("Die Welt") betont.
Öllieferungen an sechs Euro-Länder gestoppt?
Als Reaktion auf das beschlossene Öl-Embargo der Europäischen Union soll der Iran zugleich seine Öllieferungen an sechs europäische Staaten gestoppt haben. Dem staatlichen Sender Press TV zufolge seien die Lieferungen an die Niederlande, Griechenland, Portugal, Italien, Frankreich und Spanien eingestellt worden.
Das iranische Ölministerium dementierte umgehend. "Wenn eine solche Entscheidung getroffen wird, dann wird sie vom Obersten Nationalen Sicherheitsrat verkündet", sagte ein Ministeriumssprecher der Nachrichtenagentur Reuters. Auch bei der EU-Kommission in Brüssel lagen zunächst keine Informationen vor. In der EU hängen Griechenland, Spanien und Italien am stärksten von Öl aus dem Iran ab - einen Engpass erwartet die EU aber nicht.







Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.