Nachts überrascht
Dutzende Tote bei Brand in Psychiatrie nahe Moskau
Eine Krankenschwester habe in der Nacht den Feueralarm in der Psychiatrischen Klinik Nr. 14 im Dorf Ramenski gehört und dann den Brand bemerkt, sagte Juri Deschewych vom örtlichen Zivilschutz gegenüber der Nachrichtenagentur Interfax. Sie habe noch versucht, die Flammen mit einem Feuerlöscher zu bekämpfen. Insgesamt seien nachts drei Mitarbeiter in dem Gebäude, sagte der Chefarzt der Klinik, Murat Schachow. Weil die Feuerwehr nicht auf direktem Wege zum Brandort gelangen konnte, brauchten die Helfer für die 42 Kilometer lange Strecke etwa eine Stunde und nicht wie üblich 20 Minuten.
36 Patienten und zwei Krankenschwestern tot
Das Feuer sei ausgebrochen, als Patienten und Personal schliefen, zitierte die Agentur Itar-Tass einen Mitarbeiter der Rettungskräfte. "Einige versuchten noch, zu entkommen, aber sie wurden von Rauchgasen vergiftet, und das Gebäude brannte fast vollständig nieder." Unter den Toten waren 36 Patienten und zwei Krankenschwestern. Das ausgebrannte Gebäude sei eines von insgesamt vier in der Klinik und habe Platz für 50 Betten geboten, teilte die Krankenhausleitung mit.
Patienten unter Einfluss starker Medikamente
Interfax meldete unter Berufung auf Mediziner, die Patienten in der Klinik seien unter dem Einfluss starker Medikamente gestanden. "Deshalb konnten sie nicht schnell auf das Feuer reagieren", erklärte ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter. Die Fenster seien zum Teil vergittert gewesen, zitierte das Internetportal "lifenews.ru" Chefarzt Schachow. In der Psychiatrie würden demnach geistig behinderte Menschen, aber auch Alkoholiker und Drogenabhängige behandelt.
Die Behörden leiteten Ermittlungen wegen des Verstoßes von Sicherheitsvorschriften ein. In Russland kommt es deshalb immer wieder zu Bränden mit vielen Opfern. Bei einer Überprüfung im August 2012 seien keine Fehler bemerkt worden, sagte Zivilschutzmann Deschewych. "Alles entsprach den Vorschriften", sagte er.
Ermittlungen nach Ursache
Experten begannen bereits mit der Suche nach der Ursache des verheerenden Großbrandes. Infrage kämen ein Kurzschluss oder sorgloser Umgang mit offenem Feuer, sagte Irina Gumennaja von der Ermittlungsbehörde des Gebiets Moskau Interfax. Allerdings sei auch Brandstiftung nicht ausgeschlossen.
Kremlchef Wladimir Putin forderte eine lückenlose Aufklärung. Der Präsident habe die Behörden zudem angewiesen, die drei Überlebenden sowie die Angehörigen der Opfer zu unterstützen, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow.







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