Verzweiflungstat

Deutscher Wirt erhängt sich wegen Rauchverbot

Ausland
08.04.2008 16:55
Monatelang hatte ein deutscher Gastwirt gegen das Rauchverbot gekämpft, weil er um seine Existenz bangte. Nun sah der 60-Jährige aus Ballingen in Baden-Württemberg keinen Ausweg mehr. Er schrieb einen Abschiedsbrief und erhängte sich auf dem Dachboden seines Bauernhauses.

Im August 2007 trat im deutschen Bundesland Baden-Württemberg das Nichtraucherschutz-Gesetz in Kraft. Uli S. war seit 30 Jahren Gastwirt und kämpfte erbittert gegen das Rauchverbot, berichtet die „Bild“-Zeitung. Unter anderem schrieb er Leserbriefe an Lokalzeitungen und kritisiert das Gesetz auf seiner Internet-Seite: „Das Land greift massiv in das Eigentumsrecht der Kneiper ein und nimmt die Vernichtung zahlreicher Existenzen in Kauf.“

Tatsächlich sank der Umsatz des Wirts um rund 20 Prozent. Uli S. verteilte sogar gelbe „Raucher-Armbinden“ in seinem Lokal, um gegen das Rauchverbot zu protestieren.

Familie findet Gastwirt erhängt am Dachboden
Zuletzt machte der fünffache Familienvater einen niedergeschlagenen Endruck. Als er eines Abends nicht zum Essen kommt und ihn seine Verwandten suchen, finden sie ihn erhängt auf dem Dachboden. In seinem Abschiedsbrief macht der Kneipen-Besitzer angeblich das Nichtraucherschutz-Gesetz und die Umsatzeinbußen für den Selbstmord verantwortlich. Die „Bild“ zitiert den Schwager von Uli S.: „Im Abschiedsbrief ging es ausschließlich um Ulis Verbitterung über das Rauchverbot.“

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