Ein Sprecher des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble (Bild) sagte der "Financial Times" laut Vorausbericht: "Es gibt einen Arbeitsstab, der sich schwerpunktmäßig um die Staatsschuldenkrise kümmert." Es sei richtig, dass sich die Regierung auf alle Szenarien vorbereite, auch auf unwahrscheinliche. Sollte Griechenland den Euro aufgeben müssen, kämen voraussichtlich Spanien, Italien, Portugal und möglicherweise auch Frankreich an den Finanzmärkten stark unter Druck. Die Arbeitsgruppe tage regelmäßig und vertraulich.
Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras hofft, dass Athen das EU-Defizitziel von drei Prozent erst 2016 erfüllen muss - und damit zwei Jahre später als von der Troika aus Internationalem Währungsfonds, Europäischer Zentralbank und EU-Kommission vorgegeben. Deutschland beharrt bisher auf die Erfüllung der Sparauflagen und lehnt eine zeitliche Streckung ab. Berlin will zunächst den Bericht der Troika abwarten. Dieser soll im September vorliegen.
"Mehr Zeit bringt Griechen nichts"
Schäuble betonte am Donnerstag, dass mehr Zeit die Probleme in Griechenland nicht löse. Allerdings ließ er eine Hintertür für die von Samaras gewünschte Streckung des Sparplans offen. Zur Klausel, wonach die Frist für Reformen verlängert werden könne, wenn die Rezession in Griechenland härter ausfällt als zum Zeitpunkt der Vereinbarung des Programms erwartet, sagte der Minister: "Das werden wir sehen, wenn wir den Troika-Bericht haben."
"Glaubwürdigkeit als Schlüssel"
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Francois Hollande stimmten sich in der Sache am Donnerstagabend in Berlin ab. Dabei watren sich die beiden Spitzenpolitiker einig, dass im Fall Griechenlands "Glaubwürdigkeit der Schlüssel zur Beendigung der Krise" sei. Die erste Zusammenkunft nach der Sommerpause sei "im Bewusstsein und im Sinn der gemeinsamen Verantwortung" verlaufen, hieß es.
Merkel und Hollande sprachen sich dafür aus, die Währungsunion weiterzuentwickeln und das Wachstum im Euro-Raum zu stärken. Die Wettbewerbsfähigkeit müsse erhöht und ein Auseinanderklaffen der Euro-Länder vermieden werden.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.