Notfall-Dienste

Deutsche Bahn für Streik gerüstet

Ausland
30.09.2007 19:30
Die Deutsche Bahn sieht sich für den in dieser Woche erwarteten Streik der Lokführer gerüstet, um die Auswirkungen auf Millionen Reisende zu begrenzen. Mit Notfall-Dienstplänen will die Bahn die Folgen neuer Streiks für die Kunden erträglich machen. Lokführer aus Österreich und der Schweiz sollen als Aushilfe einspringen, wie ein deutscher Bahnmanager der "Bild am Sonntag" sagte. Allerdings sei dies höchstens auf lange Sicht eine Option, so ein Bahnsprecher im RBB-Inforadio.

Zudem würden verstärkt Beamte, die nicht streiken dürfen, eingesetzt, ergänzte ein Bahnsprecher am Sonntag. "Deutlich über 50 Prozent" der Nah- und Fernverkehrszüge werden demnach im Falle eines Streiks fahren. Die Lokführer könnten überall in Deutschland streiken, sagte der Chef der Gewerkschaft GDL, Manfred Schell.

Die GDL will erst Montagvormittag nach dem Ablauf der vereinbarten Friedenspflicht bekannt geben, ob sie zu neuen Streiks aufruft, um ihre Forderung nach deutlich mehr Lohn und einem eigenen Tarifvertrag für Lokführer durchzusetzen, und – wenn ja – wann und auf welchen Strecken gestreikt werden soll.

„Möglichkeiten stehen offen“
Arbeitsniederlegungen bereits am Montagnachmittag sind laut einer Sprecherin nicht ausgeschlossen. Am Tag der Deutschen Einheit wollen die Lokführer den Bahnverkehr demnach nicht behindern. Weitere einstweilige Verfügungen, die die Bahn im Sommer vor Gericht gegen die Lokführerstreiks erwirkt hatte, wird es laut Schell nicht geben. "Jetzt stehen uns wieder alle Möglichkeiten offen", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Mit wochenlangen Streiks rechnet er aber nicht: "Ich denke, dann wird die Politik irgendwann eingreifen und den Bahnvorstand zur Raison bringen."

Die Deutsche Bahn ist nach den Worten ihres Sprechers diesmal besser vorbereitet als bei den Streiks im August. Der Konzern habe die vergangenen Wochen, in denen sich bei Gesprächen mit der GDL keine Annäherung abzeichnete, gut genutzt.

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