Deal abgelehnt
“Costa Concordia”: Ankläger hat Mitleid mit Schettino
Der Krisenmanager der Reederei Costa Crociere, Roberto Ferrarini, der Steuermann des Schiffes sowie drei weitere Besatzungsmitglieder hatten sich am Dienstag mit der Staatsanwaltschaft über einen Vergleich geeinigt. Sie könnten demnach gegen ein Schuldeingeständnis zu Haftstrafen von bis zu zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt werden.
Ankläger: "Vorschlag der Anwälte lächerlich"
Einen Antrag des mutmaßlichen Hauptschuldigen Schettino auf einen ähnlichen Deal lehnte die Staatsanwaltschaft der toskanischen Stadt Grosseto allerdings ab. Schettinos Anwälte hatten eine Haftstrafe von drei Jahren und vier Monaten vorgeschlagen, was von Verusio jedoch als "lächerlich" zurückgewiesen wurde. Schettinos Rechtsanwalt Francesco Pepe protestierte: "Es ist skandalös. Schettino läuft jetzt Gefahr, dass allein gegen ihn ein Prozess wegen des Unglücks geführt wird."
Schettino will Geld für "moralische Schäden"
Die Rechtsanwälte des Kapitäns bestritten erneut, dass Schettino das Schiff verlassen habe, während sich noch hunderte Passagiere an Bord befunden hätten. "Die Behauptung, Schettino sei vor seiner Verantwortung geflüchtet, ist einfach absurd", betonte Pepe. Schettino fordert zudem eine Entschädigung von der in dem Fall ermittelnden Staatsanwaltschaft. Der Kapitän will Geld für "moralische Schäden" verlangen, nachdem ihn die Staatsanwaltschaft in den Ermittlungsakten als "Kriminellen" und als "genusssüchtigen Aufschneider" bezeichnet hatte.
Unglück forderte 32 Menschenleben
32 Menschen starben beim "Costa Concordia"-Unglück am 13. Jänner 2012. An Bord befanden sich damals auch 77 Österreicher. Gegen Kapitän Schettino, mehrere Offiziere und Vertreter der Reederei soll demnächst ein Prozess beginnen. Das 290-Meter-Schiff soll bis voraussichtlich September 2013 so weit gehoben werden, dass es abgeschleppt werden kann.
Gegen die Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere, Betreiberin der "Costa Concordia", wird es kein Hauptverfahren geben. Sie hatte sich bereits im April mit dem Gericht auf einen Vergleich geeinigt (siehe Infobox). Das Unternehmen zahlt eine Million Euro für das Fehlverhalten seiner Mitarbeiter. Die Reederei will als Nebenklägerin Schadensersatz für den Verlust des Schiffes fordern.







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