Daoud wurde bereits am Freitagabend festgenommen, als er versuchte, den vermeintlichen Sprengsatz vor einer Bar in der Innenstadt Chicagos zur Explosion zu bringen. Der in einem Geländewagen versteckte Sprengsatz sei ihm zuvor von Undercover- Agenten der Bundespolizei übergeben worden und ungefährlich gewesen. Die verdeckten Ermittler hatten sich demnach als Extremisten ausgegeben und dem jungen Mann eine Autobomben- Attrappe übergeben, hieß es. Dann hätten sie beobachtet, wie er den vermeintlichen Zünder betätigte.
Das FBI habe bereist vor Monaten Ermittlungen über den 18- Jährigen aufgenommen, nachdem er im Internet Material über den Dschihad und das Töten von Amerikanern veröffentlicht habe, gaben die Behörden am Samstag bekannt. Außerdem habe der junge Mann online nach Informationen zum Bombenbau gesucht und die Online- Zeitschrift "Inspire" gelesen, die von der Terrororganisation Al- Kaida auf der Arabischen Halbinsel veröffentlicht wird.
Im Austausch mit den verdeckten Ermittlern habe er dann "seine Überzeugung bestätigt, dass es richtig ist, Amerikaner bei einem terroristischen Anschlag zu töten", erklärten die Behörden. Daoud habe nach Möglichkeiten gesucht, "gewaltsam in den Dschihad zu ziehen, in den Vereinigten Staaten oder in Übersee". In einem der aufgezeichneten Gespräche mit den Fahndern habe der 18- Jährige angegeben, dass sein Anschlag "massiv" sein müsse - er wolle damit zur Hauptsendezeit am Abend in die Fernsehnachrichten.
Der 18- Jährige habe gegenüber den Ermittlern eine Liste von 29 möglichen Zielen genannt, "einschließlich militärischer Rekrutierungseinrichtungen, Bars, Einkaufszentren und anderen touristischen Attraktionen in und um Chicago", sagte ein Beamter gegenüber der "New York Times". Er wolle einen "ausgesprochen bösen Ort" als Ziel auswählen, hieß es in einer der Online- Kommunikationen mit den Fahndern - doch es müsse auch ein "stark frequentierter Ort sein", ergänzte Daoud laut den FBI- Protokollen.
Sein älterer Bruder Amr sagte gegenüber US- Medien, dass er und seine Familie von der Verhaftung Abdels überrascht worden seien. Er beschrieb seinen Bruder als gläubigen Muslimen, der mit seinem Vater jeden Tag in die Moschee zum Gebet gegangen sei. Ihre Eltern kamen demnach aus Ägypten in die Vereinigten Staaten, aber weder sie noch die beiden Töchter seien besonders religiös, so der Bruder. Abdel, der auf eine Religionsschule in Kandada wollte, sei ein sehr ruhiger Mann, "ich wusste nicht einmal, dass er gewalttätig sein kann", sagte Amr. "Er ist ein sehr passiver Mensch."