Cleveland-Entführer
Castro-Brüder: “Er soll im Gefängnis verrotten”
Ariel Castro hatte drei Frauen teils noch im Teenageralter entführt und mehr als ein Jahrzehnt lang in seinem Haus in Cleveland im Bundesstaat Ohio gefangen gehalten und gequält. Sie wurden in der vergangenen Woche befreit. Nach Castros Festnahme wurden zunächst auch seine Brüder als Verdächtige festgenommen, kamen aber später - entlastet - auf freien Fuß.
"Er war schon immer ein komischer Kauz"
"Ich kann mir nicht erklären, wie er das so viele Jahre verheimlichen konnte", ist der 54-jährige Pedro Castro fassungslos. Bruder Onil (50) gibt sich in dem Interview ebenfalls geschockt: "Ariel war schon immer ein komischer Kauz. Er war oft alleine. Unsere Mutter gab uns häufig den Auftrag, nach Ariel zu sehen. Aber dass er so etwas tut, hätte ich nie gedacht."
Onil war es, der in der vergangenen Woche mit Ariel zusammen war, als er von der Polizei gestoppt wurde. "Wir waren gerade im Haus unserer Mutter zum Abendessen, beim Rückweg wurden wir von Beamten angehalten und verhaftet. Ich sagte zu Ariel: 'Was hast du angestellt?' Er antwortete nur: 'Nichts, ich habe keine Ahnung.'"
Frauen nicht erkannt, "weil sie so abgemagert waren"
Auf dem Polizeirevier habe man ihm Fotos von drei Frauen vorgelegt und gefragt, ob er diese kenne. "Ich sagte Nein. Dann verriet mir der Detective, der mich verhörte, die Namen der Frauen. Zwei Namen kannte ich, ich las sie auf Vermissten-Plakaten, die in der Nachbarschaft ausgehängt waren. Ich habe sie nicht auf den Bildern erkannt, weil sie so abgemagert waren", erzählte Onil im CNN-Interview. Auf dem Revier habe er seinen Bruder Ariel noch kurz gesehen. "Er lief an mir vorbei und sagte: 'Onil, du wirst mich nie mehr wiedersehen. Ich liebe dich, Bruder.' Dann sagte er noch: 'Es tut mir leid.'"
Weder Onil noch Pedro können sich die Skrupellosigkeit ihres Bruders erklären, der über die ganzen Jahre mit Felix DeJesus, dem Vater eines der Opfer, in Kontakt stand. "Ariel hat immer wieder bei ihm nachgefragt, ob es etwas Neues über seine Tochter gibt. Einmal ging er sogar zu Gina DeJesus' Mutter und umarmte sie", sagte Pedro.
"Wir mussten draußen auf der Treppe essen"
Die Brüder berichteten auch von merkwürdigen Regeln im Haus von Ariel Castro. Sie seien nicht oft bei ihm zu Hause gewesen, "aber wenn wir mal da waren, hat er uns nie in die Küche gelassen", so Pedro. "Ab und zu hat er für mich gekocht. Aber essen mussten wir draußen auf der Treppe." Als er danach fragte, warum die Küche vom Rest der Wohnung mit Vorhängen abgetrennt sei, habe Ariel dies mit Energiesparmaßnahmen begründet, erzählte Pedro. "Er wollte die Wärme in der Küche behalten - wegen der Gasrechnung."
Pedro und sein Bruder Onil sehen sich nun öffentlich gebrandmarkt, sie fürchten, dass bei Freunden und Bekannten stets der Verdacht bleiben werde, dass sie etwas mit der Tat zu tun haben könnten. Die Brüder sowie ihre Mutter verstecken sich derzeit an einem geheimen Ort, nachdem sie Todesdrohungen in Internet erhalten haben.







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