Scheinehe-Vorwürfe

Briten verweigern Bin-Laden-Sohn die Einreise

Ausland
04.12.2009 09:11
Omar bin Laden, der bekannteste Sohn des Al-Kaida-Paten Osama bin Laden, liegt im Clinch mit den britischen Behörden wegen einer Aufenthaltsgenehmigung für das Vereinigte Königreich. Der 28-Jährige hat eine gebürtige Britin (links neben ihm im Foto) geheiratet und will mit ihr in ihre Heimatstadt London ziehen. Die britischen Behörden orten hingegen eine Scheinehe.

Omar bin Laden, der nach eigenen Angaben 2007 in Saudi-Arabien die britische Staatsangehörige Zaina Alsabah heiratete, hat am Donnerstag das Berufungsverfahren gegen ein ähnliches Urteil der britischen Justiz im April 2008 verloren. Seine 54-jährige Frau, die früher Jane Felix-Browne hieß, wolle sich mit ihrem Mann in Großbritannien niederlassen, um näher bei ihrer Familie zu sein, behauptet der westliche orientierte Sohn des Terror-Paten.

Für die britischen Behörden ist die Ehe der beiden allerdings nicht rechtsgültig. Sowohl bin Laden als auch die an Multipler Sklerose leidende Alsabah waren zum Zeitpunkt der Eheschließung nach islamischem Recht noch mit anderen Partner verheiratet. Auch eine erneute Hochzeit in Großbritannien will die Justiz nicht genehmigen. Man bezweifle außerdem, dass das Paar in Großbritannien wirklich miteinander leben wolle. Zuletzt hatte es Meldungen gegeben, wonach das Paar unmittelbar vor der Scheidung stehe.

Der wahre Grund für die Verweigerung eines Dauervisums dürfte aber letztendlich die Familie des 28-Jährigen sein: Omar verhalte sich gegenüber seinem Vater zu loyal und betrachte ihn nicht als Terroristen, so der britische Asylgerichtshof ("Asylum and immigration tribunal"). Daher könne seine Anwesenheit in Großbritannien zu "öffentlichen Bedenken" führen. 

Eines von 19 Kindern

Omar bin Laden ist das vierte von elf Kindern des Al-Kaida-Chefs mit seiner ersten Frau. Insgesamt soll der Terroristenführer 19 Kinder haben. In einem Interview im vergangenen Jahr hatte der 28-Jährige beteuert, seinen Vater seit 2000 nicht mehr gesehen zu haben. Bin Laden stellte in der Vergangenheit einen Asylantrag in Spanien, wurde von den dortigen Behörden jedoch nach Ägypten abgeschoben. Der 28-Jährige argumentierte, ihm drohe in arabischen Ländern aufgrund der Distanzierung von seinem Vater der Tod.
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