U-Haft verlängert
Breivik rechtfertigt wirre Ansichten bei Haftprüfung
Breivik konnte unmittelbar vor Beginn des Gerichtstermins erstmals seit seiner Festnahme von Medien direkt fotografiert und gefilmt werden (siehe Storyvideo). Der an öffentlicher Aufmerksamkeit interessierte Attentäter hatte dazu sein Einverständnis gegeben.
Beim Betreten des Gerichtssaals hob der 32-Jährige seine gefesselten Hände kurz in Richtung Zuhörer und Medien (siehe Foto), was der Verteidiger Geir Lippestad später als "Versuch zu einem rechtsextremistischen Gruß" beschrieb. Als Zuhörer waren auch gut 100 Angehörige von Breiviks Opfern sowie einige Überlebende anwesend. Norwegens größte TV-Sender übertrugen live aus dem Gerichtssaal.
"Land vor ethnischer Säuberung bewahrt"
Breivik begründete seinen Bombenanschlag in Oslo und das Massaker auf der Insel Utöya damit, dass er "in Notwehr" Norwegen vor einer "ethnischen Säuberung" habe bewahren müssen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur NTB sagte er: "Ich bin militanter Nationalist. Ich repräsentiere das norwegische Urvolk."
Breivik verlangte außerdem seine sofortige Freilassung: "Ich akzeptiere meine Inhaftierung nicht, ich fordere, umgehend freigelassen zu werden", so der 32-Jährige. In den Zuschauerreihen des Gerichtssaals brach daraufhin Gelächter aus.
Zudem nannte Breivik das rechtspsychiatrische Gutachten "lächerlich", mit dem ihn zwei Psychiater als nicht zurechnungsfähig eingestuft haben. Seine Einstufung als psychotisch und paranoid-schizophren - und damit als nicht straffähig - war in Norwegen auf ein stark geteiltes Echo gestoßen. Kurz nach dem Jahreswechsel hatte das Gericht eine erneute psychiatrische Untersuchung des geständigen, rechtsradikalen Islamhassers angeordnet.
TV-Interview vor Prozessbeginn
Für seine Taten muss sich Breivik ab 16. April vor Gericht verantworten und bis dahin bleibt er auch in U-Haft. Vor der Verhandlung ist dem Oslo-Attentäter allerdings noch einmal großes öffentliches Interesse sicher: Breivik hat einer TV-Gesellschaft ein Interview zugesagt, wie der stellvertretende Chef der Haftanstalt Ila vergangene Woche bekannt gab (siehe Infobox).
Demnach soll es das einzige Interview des Attentäters sein. Alle Gesprächswünsche zahlreicher anderer TV-Anstalten und Zeitungen soll Breivik abgelehnt haben. Mehrere norwegische Medien wollen, falls vom Gericht erlaubt, direkt TV-Bilder aus der Verhandlung übertragen.
Breivik hatte am 22. Juli 2011 auf Utöya 69 Teilnehmer eines sozialdemokratischen Sommerlagers getötet. Kurz davor waren in Oslo acht Menschen durch eine von ihm im Regierungsviertel platzierte Bombe gestorben.







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